Reaktionen Peking jubelt, Toronto schimpft
Hamburg - Unmittelbar nach der Vergabe der Olympischen Spiele 2008 an Peking begannen in der chinesischen Hauptstadt die überschwänglichen Feiern mit einem gigantischen Feuerwerk. Tausende von Menschen, die bereits seit Stunden auf die Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) in Moskau gewartet hatten, brachen auf dem Platz des Himmlischen Friedens im Zentrum der Stadt in Jubelstürme aus.
Die offiziellen Feierlichkeiten fanden auf dem Platz vor dem Millennium Tower im Westen der Hauptstadt statt, zu denen auch Staatspräsident Jiang Zemin erschien. Immer wieder jubelten die Menschen: "Peking, Peking, wir haben gewonnen!"
Der Bürgermeister Pekings, Liu Qi, hat große Anstrengungen versprochen, die Olympischen Spiele 2008 zu den "besten Spielen in der olympischen Geschichte" zu machen. In einem Interview des chinesischen Fernsehens zeigte er sich am Freitag "außerordentlich glücklich". Die Stadtregierung werde "ein noch besseres Peking bauen".
"Blut auf der Aschenbahn"
In Toronto, das in der Abstimmung hinter Peking nur Zweiter geworden war, herrschte hingegen große Verärgerung über die Entscheidung des IOC. Die Ausrichtung der Sommerspiele 2008 durch China bedeute, dass "wir Blut auf der Aschenbahn haben", sagte der kanadische Ringer und Goldmedaillengewinner von Sydney, Daniel Igali. Das IOC sei "ganz offensichtlich" schon längst für Peking gewesen, als die Mitglieder des Bewerbungskomitees nach Toronto gereist waren.
Auch in Istanbul war die Stimmung gedrückt. "Wir müssen aus unserer gescheiterten Bewerbung Lehren ziehen und uns künftig viel stärker und besser vorbereiten", sagte der Istanbuler Bürgermeister Ali Müfit Gürtuna. Istanbul hat sich bereits zum dritten Mal vergeblich um Olympia beworden, will sich aber offenbar weiter um die Spiele bemühen.
Istanbul galt von Anfang an als Außenseiter. Bereits im Vorfeld waren die schlechte Infrastruktur in der Millionen-Metropole kritisiert worden. Nach Ansicht der Experten stellt vor allem der chaotische Verkehr ein großes Problem dar. Außerdem befürchtete das IOC, dass die Türkei die nötigen Ausgaben zur Finanzierung von Olympia nicht aufbringen könnte.