Rechtsstreit: America's Cup 2009 verschoben - DER SPIEGEL
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Rechtsstreit America's Cup 2009 verschoben

Prozess statt Wettkampf: Die 33. Ausgabe des America's Cup wird nicht 2009 ausgetragen. Wegen eines Rechtsstreits zwischen dem Titelverteidiger und BMW-Oracle-Racing sehen die Organisatoren keine Chance, das Rennen in zwei Jahren durchzuführen.
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Hamburg - Der 33. America's Cup wird nicht wie geplant stattfinden. Das gab das America's Cup Management (ACM) heute bekannt. Ursprünglich sollte die Schweizer Yacht Alinghi 2009 ihren in diesem Jahr errungenen Titel vor der Küste Valencias verteidigen. Damit wird der Cup im Format der 32. Auflage mit Vorregatten und Herausforderer-Runde wohl frühestens wieder 2011 ausgetragen. 2010 war als mögliches Veranstaltungsjahr aufgrund terminlicher Kollisionen mit der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika zuletzt ausgeschlossen worden.

Grund für die Verschiebung ist der andauernde Rechtsstreit zwischen Alinghi und dem US-Syndikat BMW-Oracle-Racing um die Statuten des Rennens. Die Amerikaner behaupten, dass der Status von Desafio Español als offizieller Herausforderer - und das damit verbundene Recht an den Verhandlungen über die Regeln der nächsten Auflage teilzunehmen - nicht korrekt sei. Sie bezweifeln, dass der Club Nautico Español de Vela's ein legitimierter Yacht-Club ist, wie es die Wettbewerbsstatuten verlangen. Die Spanier hätten niemals eine Regatta ausgerichtet, sondern seien nur zu dem Zweck gegründet worden, den Wettbewerb in Valencia zu halten.

Alinghi hatte vor fünf Tagen ein Einigungsangebot der Amerikaner abgelehnt. "Die andauernde Unsicherheit über den Ausgang des Prozesses in New York lässt den Organisatoren keine Wahl, als den Wettbewerb zu verschieben", teilten das ACM heute mit. "Viele Indikatoren sprechen zurzeit dafür, dass das Rennen 2009 nicht auf dem selben Niveau wie die 32. Ausgabe durchzuführen ist."

Zum laufenden Verfahren hieß es weiter: "Sollte der Supreme Court die Gültigkeit des spanischen Club Nautico Español de Vela als Challenger of Record bestätigen und BMW-Oracle-Racing sich entscheiden, dagegen keine Berufung einzulegen, dann wird ACM anstreben, mit den bestehenden Herausforderern die bereits existierenden Regeln und Pläne innerhalb eines neuen Rahmens zu ordnen, um den Cup zu einem späteren Zeitpunkt vor Valencia auszutragen."

Für den Fall, dass das US-Team Recht bekommt, hat Alinghi seine Bereitschaft signalisiert, keine Berufung gegen das Urteil einzulegen. In dem Fall würde Alinghi gegen den dann in Abgleich mit den Bestimmungen der Stiftungsurkunde neuen und einzig gültigen Herausforderer BMW Oracle Racing "im kommenden Jahr in einem Boot, möglicherweise einem Katamaran" antreten.

Der Sportdirektor des Teams Germany Jochen Schümann sagte der dpa: "Wir haben nun schriftlich, was längst alle ahnten. Wir sind natürlich enttäuscht, müssen jetzt aber zunächst die weiteren Entwicklungen abwarten und unsere Strategie neu überdenken. Sicherheit haben wir nicht gerade gewonnen. Aber das liegt nicht an Alinghi, sondern an den anderen."

Auch beim Team-Germany-Skipper Karol Jablonski saß der Frust tief: "Wir waren sehr gut im Plan. Es war unsere Stärke, dass wir mit den Vorbereitungen früh angefangen haben. Jetzt ist die Situation ungewiss." Dass die deutsche Kampagne an der Verschiebung und den damit verbundenen höheren Kosten zerbrechen könnte, glaubt Jablonski jedoch nicht. "Ich habe keine Angst davor. Wenn wir mehr Konkretes wissen, werden wir reagieren und den Sponsoren ein Konzept präsentieren", sagte Jablonski dem sid.

"Es ist sehr enttäuschend, dass sich BMW-Oracle dazu entschieden hat, die gesamte Veranstaltung durch ihre Aktivitäten vor Gericht zu erpressen", sagte Alinghis Team-Koordinator Grant Simmer. Der die Amerikaner vertretende Golden Gate Yacht Club bezeichnete die Verschiebung in einer ersten Stellungnahme derweil als "unglücklich und unnötig". Es habe genug Möglichkeiten gegeben, das Protokoll umzugestalten.

Team Germany hatte nicht unterzeichnet

Am vergangenen Freitag hatten die Amerikaner ein von Alinghi gestelltes Ultimatum mit einem neuen Vorschlag gekontert. Drei der bislang fünf feststehenden Herausfordererteams hatten diesen unterstützt. Team Germany hatte das Angebot nicht unterzeichnet, mit der Begründung: "Die aktuelle Eskalation in der Rechtsauseinandersetzung ist völlig unverhältnismäßig und gefährdet ernsthaft die Austragung des Wettbewerbs im Jahr 2009 in Valencia."

Bereits im Sommer 2008 sollten die ersten Vorregatten ausgetragen werden. Das neue Format hatte das Cup-Management erst vor zwei Wochen bekannt gegeben. Auf ein ebenfalls überarbeitetes Regelwerk hatten sich Vertreter der Herausforderer und des Titelverteidigers zu Beginn des Monats geeinigt. In diesem wurden die Statuten zum Bau der neuen Yachten festgelegt. Die Boote sollten schneller und die Crews größer werden.

fsc/AP/dpa/sid