Reform Tour 2006 ohne Teamzeitfahren
Paris/Hamburg - "Der Wegfall des Teamzeitfahrens war auch für uns eine Überraschung. Aber das ist für uns weder ein Vor- noch ein Nachteil", sagte T-Mobile-Teamchef Olaf Ludwig, der der Präsentation der 93. Auflage der Frankreich-Rundfahrt im Palais des Congres beiwohnte. Auch ohne das Mannschaftzeitfahren müssen in zwei langen Einzelzeitfahren insgesamt 115 Kilometer im Kampf gegen die Uhr zurückgelegt werden.
Vom 1. bis zum 23. Juli wird die Tour im kommenden Jahr über 3639 Kilometer von Straßburg nach Paris führen. "Es hatte sich Langeweile eingestellt, nachdem sich das Szenario in den vergangenen Jahren regelmäßig wiederholte. Doch nun stehen wir vor einem Neubeginn", kündigte der scheidende Tour-Chef Jean-Marie Leblanc an. "Die kommende Tour wird wieder spannend", ergänzte sein designierter Nachfolger Christian Prudhomme.
Der Startort Straßburg, Etappenziele in Luxemburg, den Niederlanden, Belgien und Spanien sowie drei Bergankünfte und die zwei langen Zeitfahren markieren die Eckpunkte der Frankreich-Rundfahrt im 103. Jahr ihres Bestehens. Deutschland ist den Veranstaltern im kommenden Jahr einen 30 km-Abstecher auf der ersten Etappe, die in Straßburg gestartet wird, wert, soll aber 2007 wieder Etappen-Schauplatz sein. In diesem Jahr war Karlsruhe Zielort der siebten, Pforzheim Startort der achten Etappe.
Die Höhepunkte der 23-tägigen Rundfahrt liegen in der Schlusswoche, wenn unter anderem die voraussichtliche Königsetappe zur Etappenankunft ins legendäre Alpe d'Huez auf dem Programm steht.
Trotz der insgesamt 18 Berganstiege, davon elf in den Alpen, bietet die Tour im nächsten Jahr nicht nur Bergspezialisten eine Chance. "Dies ist sicherlich keine Tour für Kletterer. Ich sehe die Zeitfahrer, die auch mal einen Berg ganz gut hochkommen, eher im Vorteil", erklärte Teamchef Hans-Michael Holczer vom deutschen Gerolsteiner-Rennstall im Hinblick auf die zwei langen Einzelzeitfahren.
Nicht vor Ort war T-Mobile-Kapitän Jan Ullrich, der derzeit noch im Urlaub weilt und seine Saisonvorbereitung am 1. November beginnen wird. Der einzige deutsche Toursieger (1997) gilt neben dem diesjährigen Tourzweiten Ivan Basso aus Italien und dem Spanier Alejandro Valverde als möglicher Nachfolger Armstrongs. "Wir erwarten ein offenes Rennen ohne eindeutigen Favoriten", sagte Leblanc, der nach 17 Jahren als Tourchef von seinem französischen Landsmann Prudhomme abgelöst wird.