Ringerstar Leipold Schlaganfall mit 34
Frankfurt am Main - Freistilringer Alexander Leipold hat während eines Trainingslagers in Usbekistan einen Schlaganfall erlitten, ohne dass das Krankheitsbild zunächst erkannt worden wäre. Noch vergangene Woche hatte der 34-Jährige in einem Showkampf gegen den Usbeken Alexander Sacharian souverän mit 6:0 gewonnen.
Doch bereits beim Aufwärmen für das Duell mit Sacharian klagte Leipold, so Ringer-Cheftrainer Wolfgang Nitschke, "über ein leichtes Kribbeln und dann über Taubheitsgefühle in Armen und Beinen". Die Beschwerden ließen auch in den folgenden Tagen nicht nach. Nitschke ordnete darauf den Rückflug nach Deutschland an.
In einem Krankenhaus in Frankfurt am Main diagnostizierten die Ärzte einen Schlaganfall, woraufhin Leipold sofort in eine Würzburger Spezialklinik verlegt wurde. "Sein Zustand ist sehr ernst. Wir sind schockiert und machen uns alle große Sorgen", sagte Nitschke am Freitag, "alles kam ganz plötzlich. Die Ursache ist noch völlig unklar."
Doping kostete Leipold olympisches Gold
Leipold hatte nach seinem wegen Nandrolon-Dopings aberkannten Olympiasieg von Sydney 2000 gerade erst ein internationales Comeback gefeiert. Im Mai gewann er in der Klasse bis 74 Kilogramm EM-Silber und galt für die WM Mitte September als Titelanwärter. Auch für Athen 2004 hatte sich Leipold viel vorgenommen. "Mein Traum ist es, noch einmal olympisches Gold zu gewinnen."
Von einem "unglaublich schlimmen Schicksalsschlag" sprach der Präsident des Deutschen Ringer-Bundes, Helmuth Pauli. "Alexanders Zustand ist Besorgnis erregend", sagte der DRB-Chef. Laut Pauli ("Alexanders Ehefrau hat mir die Hiobsbotschaft am Telefon mitgeteilt") leidet Leipold an Lähmungserscheinungen in Armen und Beinen. Zudem soll auch das Sprachzentrum betroffen sein.
"Das ist eine menschliche Tragödie"
Pauli betonte, dass der DRB Leipold "voll zur Seite" stehen werde. "Die Karriere ist jetzt zweitrangig. Wichtig ist, dass Alexander wieder gesund wird. Wir können nur hoffen. Ich stehe jeden Tag mit ihm in Verbindung." Auch der Vorsitzende der Stiftung Deutsche Sporthilfe, Hans-Ludwig Grüschow, sicherte dem Ringer und dem Verband Unterstützung zu.
"Das ist eine menschliche Tragödie. Ein junger Mann erleidet aus heiterem Himmel eine solch schwere Erkrankung. Wir wünschen zuallererst, dass Alex gesundheitlich wieder auf die Beine kommt - das Sportliche ist zweitrangig", sagte Markus Scherer, Trainer des deutschen Meisters VfK Schifferstadt, für den Leipold ringt.