Robbie McEwen Im Windschatten von Erik Zabel
Paris - Robbie McEwen hatte seinen Lieblingsplatz bei der Tour schnell gefunden. Die meiste Zeit verbrachte der Australier am Hinterrad von Telekom-Kapitän Erik Zabel, um in den entscheidenden Momenten jeweils aus dem Windschatten heraus an ihm vorbei zu fahren. Zweimal reichte es sogar zum Etappensieg, am Ende des dritten Teilstücks in Reims und im Finale in Paris. Fast immer gelang es dem Mann aus Queensland, in den entscheidenden Sprints, Zabel zu distanzieren und dem Deutschen nach sechs Jahren das Grüne Trikot des Punktbesten zu entreißen.
Trotzdem bestand am verdienten Sieg des Australiers kein Zweifel. Spätestens nach dem Finale, wo er zum zweiten Mal nach 1999 gewann und auch seinen zweiten Tagessieg 2002 feierte, gab sich Zabel als fairer Verlierer. "Er war einfach der Schnellere", erkannte der diesjährige Team-Telekom-Kapitän an. McEwen übte sich in Bescheidenheit: "Für mich war es doch einfach, Telekom hat meist die Arbeit gemacht, und ich musste nur auf meine Chance warten", so der 30-Jährige aus der Nähe von Brisbane.
1999 rückte er unerwartet durch seinen Erfolg im Finale auf den Champs-Elysees ins Rampenlicht. Danach fiel er wieder in die zweite Reihe zurück. Bis zur Tour 2002.
Deutsche Entdeckung
Entdeckt wurde McEwen ausgerechnet von einem Deutschen. Der Cottbuser Heiko Salzwedel hatte den damaligen Bahnradfahrer 1995 in Australien unter seine Fittiche genommen. Das Jahr darauf
verbrachte McEwen in Cottbus, von wo aus er seine Profikarriere beim niederländischen Rabobank-Rennstall startete.