Rodel-Triumph: "Gefühl im Hintern" - DER SPIEGEL
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Rodel-Triumph "Gefühl im Hintern"

Im Rodeln der Damen lagen am Ende drei Deutsche vorn. Das Erfolgsrezept des Medaillentrios: Blitzstarts, ein bastelwütiger Hackl-Schorsch und ein Schlitten, gegen den kein Kraut gewachsen ist.
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Salt Lake City - Sylke Otto hat den Dreifach-Triumph der Rodlerinnen in Salt Lake City mit dem Gewinn der 100. Goldmedaille für Deutschland bei Olympischen Winterspielen gekrönt. "Das war eine Rodel-Demonstration, eigentlich müssten wir jetzt aufhören, denn wir können nicht mehr besser werden", sagte Bundestrainer Thomas Schwab, "wir fuhren in einer anderen Liga". Auch Stunden nach dem historischen Ereignis konnte Otto ihr Glück nicht fassen.

"Ich habe 1998 als Zuschauerin in Nagano gesagt: In vier Jahren bist du dabei, egal was passiert. Dafür habe ich alles gegeben. Ich bin einfach nur happy", suchte Otto nach Worten, die ihre Gefühle beschreiben konnten. Dabei rannen immer wieder Freudentränen über das Gesicht der 32-Jährigen. "Sie ist die Rodlerin mit dem meisten Gefühl im Hintern", hatte Schwab den entscheidenden Vorteil der frisch gebackenen Olympiasiegerin gegenüber seinen beiden anderen Schützlingen schnell ausgemacht.

Freude pur kam auch bei Barbara Niedernhuber auf. Die Athletin vom Königssee war mit der Silbermedaille mehr als zufrieden und bedankte sich bei Rodel-König Georg Hackl. "Der Schorsch hat mir den Schlitten zusammengebaut. Der lief wie Sau. Ohne ihn hätte ich hier nie so mithalten können. Zweimal Zweite bei Olympia, zweimal Zweite bei Weltmeisterschaften - der zweite Platz scheint mein Schicksal zu sein", flachste Niedernhuber.

Dagegen schien Nagano-Siegerin Silke Kraushaar nicht die Glücklichste des Abends zu sein. Die Weltcup-Gesamtsiegerin, die den ersten Lauf für sich entschieden hatte und durch einen Fahrfehler im zweiten Durchgang zurückgefallen war, stellte unumwunden fest: "Ich bin zwar die beste Starterin, doch die Sylke hat den besten Schlitten von uns allen. Dagegen war kein Kraut gewachsen."