Rodeln: "Das richtige Gefühl im Hintern" - DER SPIEGEL
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Rodeln "Das richtige Gefühl im Hintern"

Beim Weltcup-Auftakt in Calgary gewannen die deutschen Rodler wieder einmal alle Konkurrenzen. Bei den Frauen siegte Sylke Otto trotz Mittelfußbruch.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Calgary - Georg Hackl sorgte beim Weltcup-Auftakt der Rodler in Calgary nicht nur für seinen 24. Sieg, er vervollständigte auch den kompletten Erfolg der Schützlinge von Bundestrainer Thomas Schwab.

Zuvor hatten Sylke Otto (Oberwiesenthal), Silke Kraushaar (Oberhof) sowie Barbara Niedernhuber (Königssee) die Frauen-Konkurrenz unter sich ausgemacht und die Doppel Patric Leitner/Alexander Resch (Königssee/Berchtesgaden) und Andre Florschütz/Torsten Wustlich (Oberhof/Oberwiesenthal) die Kontrahenten hinter sich gelassen. Da auch Karsten Albert (Oberhof) bei den Männern auf Rang zwei einkam, blieben der internationalen Gegnerschaft nur zwei Podestplätze bei der Auftaktveranstaltung.

Schlechtes Omen für Olympia?


"Die deutsche Übermacht ist schon wieder beängstigend", sprach der zweimalige Weltmeister Markus Prock (Österreich) als Dritter der Männer-Konkurrenz für den Rest der Rodel-Welt. Gegen einen im ersten Durchgang wie entfesselt fahrenden Hackl hatte auch Prock keine Chance. "Bei Schorsch weiß man seit Jahren, dass er auf dieser Bahn immer hervorragende Fahrten hinlegen kann", meinte er und zollte dem 35-jährigen Bayern uneingeschränkten Respekt für dessen Bahnrekord von 44,677 Sekunden im ersten Lauf.

"Der war einfach super, im zweiten habe ich aber gleich oben einen dicken Patzer gehabt. Immer, wenn ich schlecht in einen Olympia-Winter gestartet bin, wurde ich doch noch Olympiasieger. Hoffentlich ist das kein schlechtes Omen für Salt Lake City." Nun ist Hackl gespannt, wie seine zwei neuen Schlitten bei der internationalen Trainingswoche von Montag an auf der Olympia-Bahn funktionieren. "Dafür habe ich sie gebaut, dort müssen sie abgehen. Alles andere ist nur zweitrangig."

Mit dem 27. Weltcup-Sieg nacheinander seit Dezember 1997 haben die deutschen Frauen ihren Nimbus der Unschlagbarkeit untermauert. Erneut fuhr Weltmeisterin Sylke Otto allen anderen in Calgary auf und davon, und dies mit gebrochenem rechten Mittelfuß. "Das behindert mich im Rennen nicht", wiegelte die Sächsin ab. Olympiasiegerin Silke Kraushaar wusste auch, warum die im fränkischen Zirndorf lebende Otto so gut ist: "Für solche Gleiterbahnen hat sie einfach das richtige Gefühl im Hintern. Meine Läufe dagegen waren einfach noch zu eckig", sagte die Oberhoferin.

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