Rodeln : Deutsche Dominanz im Eiskanal - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Rodeln Deutsche Dominanz im Eiskanal

Nach acht Jahren im Verfolgerfeld steht Karsten Albert zum ersten Mal oben auf dem Treppchen. Der Oberhofer siegte vor Jens Müller und Georg Hackl. Auch in den anderen Disziplinen dominierten Deutschlands Rodel-Asse.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Oberhof - Beim zweiten Rodel-Weltcup der Saison in Oberhof fuhr der Lokalmatador am Sonntag zu seinem ersten internationalen Erfolg überhaupt. Müller (Oberhof) und Hackl (Berchtesgaden) sorgten mit den Plätzen zwei und drei für den deutschen Dreifach-Sieg. Bereits am Samstag hatten Sylke Otto (Oberwiesenthal) und Silke Kraushaar (Oberhof) die seit drei Jahren anhaltende Erfolgsserie der deutschen Frauen fortgesetzt. Bei den Doppelsitzern schafften Steffen Skel/Steffen Wöller (Winterberg) ihren zweiten Sieg vor Andre Florschütz/Torsten Wustlich (Oberhof/Oberwiesenthal). Die Oberhof-Sieger übernahmen gleichzeitig die Führung im Gesamtweltcup.

"Es ist eine große Genugtuung für mich. Ich war so oft ganz nah dran, um dann doch wieder nur auf dem vierten Platz zu landen. Es ist einfach nur schön", suchte Albert, Vizeeuropameister von 1998, nach Worten. Diesen ersten Sieg über die ganz Großen der Welt stellte er auf eine Stufe mit der EM-Silbermedaille. "Vielleicht hat der Heimvorteil etwas geholfen, gewonnen habe ich aber durch meine sauberen Fahrten", sagte Albert.

Zufriedenheit herrschte auch bei Hackl und Müller. "Jetzt ist alles wieder in Ordnung. Ich weiß wieder, dass ich sehr schnell sein kann und will nun darauf aufbauen", meinte der Berchtesgadener, dessen zehnter Platz vom Auftakt in Sigulda doch mehr wurmte als zunächst zugegeben. Auch Müller war glücklich. "Hier muss man erst mal Zweiter werden. Wie schwierig die Bahn war, haben die Ergebnisse der anderen Spitzenleute Gezeigt", sagte der Welt- und Europameister.

Einen eigenen Wettkampf fahren in dieser Saison Sylke Otto und Silke Kraushaar. Die konstantesten Athletinnen der vergangenen Saison sind der Weltelite, einschließlich der anderen deutschen Frauen, enteilt. "Das wird noch spannende Wettbewerbe zwischen den beiden geben", prophezeite Bundestrainer Thomas Schwab, nachdem Sylke Otto erstmalig die Olympiasiegerin auf deren Heimbahn bezwingen konnte. "Diesen Sieg ordne ich weit oben ein. Er wurde nicht am Start entschieden, sondern in der Bahn. Mein Material scheint zu stimmen", sagte die nunmehr 18-fache Weltcup-Siegerin aus Oberwiesenthal.

Ebenso wie bei den Frauen haben die deutschen Trainer ein Nominierungsproblem bei den Doppelsitzern. Vier gleichwertige Duos sind seit einem Jahr ungeschlagen. "Wir halten uns an unsere Nominierungskriterien. Die haben alle akzeptiert", sagte Schwab und nahm damit die Weltmeister Patric Leitner/Alexander Resch (Königssee/Berchtesgaden) vorerst aus der Schusslinie, nachdem diese bisher nach Stürzen lediglich die Plätze 14 und 16 erreicht hatten.