Rodeln Deutsche Doppelsiege
Sigulda/Leipzig Silke Kraushaar (Oberhof) und Sylke Otto (Oberwiesenthal) bei den Frauen sowie Steffen Skel/Steffen Wöller (Winterberg) und Sebastian Schmidt/Andre Forker (Altenberg) ermöglichten deutsche Doppelsiege zum Saisonstart.
Karsten Albert aus Oberhof konnte zwar den deutschen Rodel-Stars Georg Hackl (Berchtesgaden) und Jens Müller (Oberhof) die Show stehlen. Am Ende blieb dem WM-Vierten des vergangenen Winters erneut der ganz große Wurf versagt: Armin Zöggeler (Italien) holte den Sieg und verhinderte damit einen totalen Erfolg der deutschen Rodler.
"Ein Start nach Maß", resümierte Bundestrainer Thomas Schwab zufrieden, nachdem er vor Sigulda nahezu keine Informationen über die Stärken der Konkurrenz bekommen hatte. "Schade für Karsten Albert, dass es nicht ganz gereicht hat. Aber seine Leistung war sehr gut", lobte der Berchtesgadener. "Im zweiten Lauf war es oben einfach zu glatt. Ich bin gerutscht, das hat die entscheidende Zeit gekostet", ärgerte sich der Vierte des Gesamtweltcups der vergangenen Saison.
Gelassen nahmen Hackl und Müller ihre Positionen zehn und fünf. "Ich fahre neues Material, das muss erst mal getestet werden. Mit einigen kleineren Veränderungen wäre ich sicher schneller gewesen, aber ob ich das auch ins Ziel gebracht hätte, bleibt fraglich", sagte Hackl, der am Start keine großen Rückstände zu den Spitzenleuten zuließ. "Das war das Positivste, das habe ich ihm auch gesagt", meinte Schwab.
Ähnlich wie dem dreimaligen Olympiasieger erging es Welt- und Europameister Müller, der sich am Start ebenfalls enorm verbessert präsentierte und im zweiten Durchgang sogar Bestzeit fuhr.
Nichts Neues gab es aus dem Lager der Frauen und Doppel beim Saisonstart. Olympiasiegerin Silke Kraushaar, bei allen Trainingsfahrten bereits Beste, war nicht zu bezwingen, wenngleich sie den Bahnrekord an eine im zweiten Durchgang wie entfesselt fahrende Weltmeisterin Sylke Otto verlor.
"Der zweite Lauf war nicht so gut, da gab es ein paar Ecken", kommentierte Silke Kraushaar, die nun auf ihrer Hausbahn in Oberhof ihren Vorsprung im Gesamtweltcup ausbauen will. Sollte ihr oder einer ihrer Teamkolleginnen erneut ein Erfolg gelingen, wären die deutschen Frauen genau drei Jahre international ungeschlagen.
Eine nunmehr einjährige Siegesserie verzeichnen die deutschen Doppel. Zwar patzten die zweifachen Weltmeister Patric Leitner/Alexander Resch (Königssee/Berchtesgaden) fast standesgemäß in Sigulda und wurden nur 14., doch die Vizeweltmeister Skel/Wöller sprangen in die Bresche und gewannen sicher.
Eine faustdicke Überraschung gelang den Altenbergern Schmidt/Forker. Nur als Ersatz für die verletzten Andre Florschütz/Torsten Wustlich (Oberhof/Oberwiesenthal) ins Team gerückt, wurden sie in Sigulda Zweite. "Der größte Erfolg unserer Laufbahn", frohlockte Schmidt. Allerdings: In Oberhof sind Florschütz/Wustlich wieder dabei. Danach will Bundestrainer Schwab entscheiden, wer mit zum dritten Weltcup nach La Plagne fährt.
Von Gerald Fritsche, dpa