Rothenbaum Kohlmann scheitert an Titelverteidiger Rios
Hamburg - Michael Kohlmann hatte sein Potenzial mit dem Sieg gegen Tommy Haas offenbar restlos ausgeschöpft: Im Zweitrundenmatch gegen Titelverteidiger Marcelo Rios landete der Hagener beim Masters-Turnier in Hamburg wieder unsanft auf dem Boden der Realität. Mit einem peinlichen 1:6, 0:6-Debakel schied der Deutsche Meister gegen den in der Hansestadt ungesetzten Linkshänder aus Chile in nur 50 Minuten aus. Der Traum von einer zweiten Überraschung bei dem mit 2,95 Millionen Doller dotierten Turnier wurde für Michael Kohlmann zum Alptraum.
Während der bitteren Lehrstunde vor rund 13.000 Zuschauern wird Kohlmann einige Male das Dach über dem Centre Court verflucht haben. Denn während auf den Außenplätzen der Spielbetrieb nach dem am Nachmittag einsetzenden Regen ruhte, wurde auf dem Hauptplatz weiter gespielt. Eine Pause wäre aber wohl die einzige Chance für den Deutschen gewesen, vielleicht noch einmal ins Match zu kommen.
Zunächst begann der 25-Jährige mit frischem Selbstvertrauen. Er attackierte Rios wie zuvor Tommy Haas bei jeder Gelegenheit, lockte seinen Gegenspieler mit Stops ans Netz und brachte den südamerikanischen Linkshänder anschließend mit Lobs in Bedrängnis. Doch die Herrlichkeit hielt nur drei Spiele. Die Entscheidung fiel bereits, als er einen 40:0-Vorsprung nicht halten konnte und zum 1:3 das erste Break kassierte. Danach war jedes Selbstvertrauen wie weggeblasen, Rios zog unbeirrt sein Spiel durch und beendete die Demontage nach 50 Minuten. Kohlmann plant nun, sich in der Qualifikation der French Open einen Platz im Hauptfeld zu sichern.
Der Brite Tim Henman hatte zuvor bei "britischem Wetter" mit dem Sieg über den Franzosen Jerome Golmard (2:6; 6:4; 6:1) als erster Spieler das Achtelfinale erreicht.