Rothenbaum-Turnier: "Steffi Graf wäre phantastisch" - DER SPIEGEL
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Rothenbaum-Turnier "Steffi Graf wäre phantastisch"

Die Spielervereinigung ATP wünscht sich Steffi Graf als Turnierdirektorin am Hamburger Rothenbaum. Das Tennis-Idol ist zumindest zu einem Gespräch mit dem Deutschen Tennis Bund (DTB) bereit.
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Melbourne - Steffi Graf sucht den Kontakt zu DTB-Präsident Georg von Waldenfels, der die 22-malige Grand-Slam-Siegerin für den wichtigen Posten der Rothenbaum-Turnierdirektorin ins Gespräch gebracht hat. "Es soll bald ein persönliches Gespräch geben. Dann mache ich mir weitere konkrete Gedanken", sagte Graf am Rande der Australian Open.


"Operativer Posten"


In der Diskussion mit der siebenmaligen Wimbledonsiegerin müsse es laut von Waldenfels zunächst darum gehen, "mögliche Aufgabenbereiche zu diskutieren. Der Posten als Turnierdirektor ist nicht nur ein repräsentativer, sondern auch ein operativer", sagte von Waldenfels auf einer Pressekonferenz am Dienstag in Hamburg. Es sei ein falscher Ansatz, nur auf große Namen zu vertrauen, aber durchaus denkbar, "dass eine parallel geschaltete Agentur Steffi Grafs Arbeit begleiten könnte". Im Vorfeld des Daviscup-Spiels vom 9. bis 11. Februar in Braunschweig gegen Rumänien wird das DTB-Präsidium zu Gesprächen zusammentreffen. "Danach werden wir mit einigen Kandidaten verhandeln", sagte von Waldenfels.

Die ATP befürwortet ein Engagement von Steffi Graf als Direktorin des wichtigsten deutschen Turniers: "Es wäre phantastisch, jemanden auf diesem Posten zu haben, der so mit dem Tennis verbunden ist wie Steffi Graf", sagte ATP-Vorstandsmitglied Larry Scott, "für den Posten braucht man jemanden mit Erfahrung, Wissen und Selbstvertrauen. Das Turnier muss in gute Hände gegeben werden. Ich bin sicher, der DTB sieht das genauso."


"Bisher immer abgelehnt"


Ob die frühere Weltranglistenerste allerdings genügend Zeit für einen Job hat, der intensive Kontaktpflege zu Spielern und Turnierdirektoren erfordert, scheint zumindest fraglich. "Ich habe in der Vergangenheit schon ähnliche Angebote bekommen und sie bisher immer abgelehnt", sagte die 31-Jährige.

So blickt die ATP dann doch mit etwas Sorge nach Hamburg. Immerhin hatte sich Günter Sanders in den vergangenen 15 Jahren nicht nur als Turnierdirektor, der den Status der ehemaligen German Open am Rothenbaum als eines der neun wichtigsten Turniere nach den Grand Slams gesichert hat, einen guten Ruf erworben. "Sanders war im Turnierrat der ATP sehr aktiv und hat viele wertvolle Vorschläge und Ideen eingebracht", sagte Scott: "Bei der WTA war er als Mitglied im Board of Directors ebenfalls sehr einflussreich."


DTB-Skandal stößt auf reges Interesse


"Der deutsche Tennismarkt ist für die ATP weiterhin von großer Bedeutung. Der Skandal in der Zentrale am Hamburger Rothenbaum stößt deshalb auf reges Interesse. Scott will sich so schnell wie möglich über die Vorgänge um Sanders und Geschäftsführer Christian Thiemann informieren: "Wir haben volles Vertrauen in den DTB, dass er einen qualifizierten und erfahrenen Nachfolger findet. Ich werde bald ein Gespräch mit Georg von Waldenfels führen."