Round-Up: Phil Jackson kann wieder sprechen - DER SPIEGEL
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Round-Up Phil Jackson kann wieder sprechen

Durch eine überzeugende Defensiv-Vorstellung sind die Los Angeles Lakers gegen die Phoenix Suns ins Finale der Western Conference eingezogen. Sehr zur Freude ihres Trainers.
Von Tobias Pox
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Los Angeles - Nachdem die Lakers am Sonntag mehr oder weniger die Arbeit verweigert und gegen Phoenix mit 89:117 die zweithöchste Niederlage der Saison eingesteckt hatten, war Trainer Phil Jackson richtig sauer gewesen. In der Tat so sauer, dass ihm die Worte fehlten. Erst verlor der Coach bei der "Nachbesprechung" nicht einen einzigen Ton gegenüber seinem Team - was er auch bereits in der Halbzeitpause nicht getan hatte. Anschließend düpierte "Crazy Phil", wie Jackson wegen seiner unorthodoxen Trainingsmethoden auch genannt wird, die Medien: Ganze zehn Sekunden stellte er sich vors Mikrofon.

Seit vergangener Nacht wird Jackson allerdings wieder gerne mit und über sein Team reden, denn nach einer Galavorstellung in der Verteidigung "massakrierte" (so eine amerikanische Presseagentur) Los Angeles Phoenix mit 87:65 und zog ins Westfinale gegen Portland ein.

Im Staples Center von L.A. war die Partie bereits nach der ersten Halbzeit entschieden. Mit einer sensationellen Verteidigung, welche in Abschnitt eins gerade einmal 23 (!) gegnerische Punkte zuließ - ein neuer Play-off-Rekord -, machten die Lakers sämtliche Hoffnungen der Phoenix Suns auf einen zweiten Überraschungscoup in Folge zunichte. Vor allem die Reboundarbeit der Platzherren war schlichtweg beeindruckend: Stattliche 59 Abpraller fischten die Männer mit den gelb-goldenen Jerseys von den Brettern. 21 davon ergatterte allein Shaquille O'Neal, der einmal mehr bewies, dass er mehr ist als nur eine reine Punktefabrik.

Für die Freunde von bedingungslosem Angriffsbasketball war das Spiel weniger erbaulich. Phoenix traf nur miserable 29 Prozent seiner Würfe, die Lakers ebenfalls nur 36 - was kurioserweise aber zum Sieg reichte. "Ich weiß nicht, ob ich jemals ein Spiel oder eine Serie gesehen habe, in der eine Mannschaft mit 22 Punkten gewinnt und nur 36-prozentig getroffen hat", gab sich auch Phil Jackson nach dem Spiel verwundert. Das Ganze sagte der breitschultrige Coach jedoch mit einem breiten Grinsen. Das Reden macht Jackson also wieder merklich Spaß.

Die besten Schützen der Partie waren Kobe Bryant (17 Punkte) und Shaquille O'Neal (15) auf Seiten der Lakers. Bei den überforderten Gästen traf lediglich der eher unbekannte Todd Day mit zehn Punkten zweistellig.