Rudern Durchwachsene Zwischenbilanz
Penrith - Die erste Zwischenbilanz der deutschen Ruderer fiel durchwachsen aus. Nur acht der zwölf gestarteten Boote des Deutschen Ruderverbandes (DRV) sind ohne Umwege in die nächste Runde gerudert. Nach Abschluss der Vorläufe geht es für vier Crews in den Hoffnungsläufen bereits um die letzte Chance bei der olympischen Regatta auf den Penrith Lakes.
"Wir können aus internationaler Sicht eigentlich zufrieden sein, aber wir müssen uns weiter steigern", sagte DRV-Sportdirektor Michael Müller. Gastgeber Australien, der in Atlanta 1996 dem DRV den Rang als erfolgreichster Verband abgelaufen hatte, muss gleich sechs Boote in die Hoffnungsläufe schicken.
Auf die beiden deutschen Gold-Favoriten war immerhin Verlass: Frauen-Doppelzweier und -Doppelvierer qualifizierten sich mit ungefährdeten Vorlaufsiegen bereits für die Medaillenläufe am Wochenende. "Dass uns ständig die Favoritenbürde zuschiebt, stört mich", monierte Doppelvierer-Ruderin Meike Evers (Ratzeburg), die beim Goldlauf vor vier Jahren noch Ersatzfrau war.
Auch das andere Goldboot von Atlanta scheint rechtzeitig in Form zu kommen. Die Crew hatte in dieser Saison wegen technischer Probleme und auch verletzungsbedingt unerwartete Niederlagen kassiert. "Wir haben noch Reserven, die wir sicherlich im Halbfinale brauchen werden", sagte Schlagmann Andre Willms (Magdeburg), der sich mit dem Sieg am Montag selbst zum 28. Geburtstag beschenkte.
Insgesamt gelangen an den beiden Vorlauftagen sechs Siege. Der klare Erfolg von Einer-Ruderer Marcel Hacker (Kassel) über den Tschechen Vaclav Chalupa am vergangenen Sonntag war die größte Überraschung. Olympia-Debütant Hacker, der in Sydney die Nachfolge des zweimaligen Olympiasiegers Thomas Lange (Ratzeburg) antritt, hat in der hart umkämpften Weltelite der Skiffer zumindest berechtigte Endlaufhoffnungen. "Der Einer ist das härteste Geschäft. Hier wird bis zuletzt gepokert", erklärte der 23-Jährige.