Rudern: Gold, Silber, Bronze - DER SPIEGEL
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Rudern Gold, Silber, Bronze

Am letzten Tag der Entscheidungen auf den Penrith Lakes vor Sydney gewannen deutsche Ruderer noch einmal die gesamte Palette olympischen Edelmetalls.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Sydney - Die Damen des Deutschen Ruder-Verbandes (DRV) haben am Sonntag bei den Olympischen Spielen von Sydney zwei Medaillen gewonnen und damit ihre derzeitige Vormachtstellung gegenüber den männlichen Kollegen gefestigt. Gold im Doppelvierer und überraschend Silber im Doppelzweier der Leichtgewichtsklasse gingen an die deutschen Frauen, der favorisierte Doppelvierer der Männer musste sich am Ende mit Bronze zufrieden geben. Dieses Edelmetall eingerechnet, übertraf der DRV mit ingesamt zweimal Gold, einmal Silber und drei Bronze-Medaillen sogar die gute Bilanz von 1996 in Atlanta um zwei Bronzemedaillen.

Der Frauen-Doppelvierer, in der Besetzung Manja und Kerstin Kowalski (beide Potsdam), Meike Evers (Ratzeburg) sowie Manuela Lutze (Magdeburg) erwies sich wieder einmal als Erfolgsgarant. Das DRV-Vorzeigeboot, dass seit 1993 ungeschlagen ist, verwies mit einem Start-Ziel-Sieg die Teams aus Großbritannien und Russland deutlich auf die Plätze. "Wir waren vorn, also war es gar nicht so schwer. Es hat Riesen-Spaß gemacht, jetzt wird nur noch gefeiert", jubelte Meike Evers.

Marco Geisler (Halle), Andreas Hajek (Ratzeburg), Stephan Volkert (Leverkusen) und Andre Willms (Berlin), die Besatzung des deutschen Herren-Doppelvierer war enttäuscht. Das Weltmeister-Boot, das 1992 und 1996 Gold gewinnen konnte, war als klarer Favorit ins Rennen gegangen und führte auch bis zur 1000-Meter-Marke. Dann aber musste das Quartett seinem hohen Anfangstempo Tribut zollen, Italiener und im Schlussspurt sogar noch die Niederländer passieren lassen. "Wir haben viel Kraft investiert, konnten den Angriff der Italiener aber nicht parieren", resümierte der enttäuschte Andreas Hajek.

Für die größte Überraschung sorgten Valerie Viehoff und Claudia Blasberg. Das Duo aus Siegburg und Dresden lieferte den Favoritinnen aus Rumänien im leichten Doppelzweier erbitterte Gegenwehr und musste sich erst auf den letzten 100 Metern knapp geschlagen geben. "Das war unser bestes Saison-Rennen, alle Sachen sind top gelaufen", freute sich die 25-jährige Blasberg über die Silbermedaille. Bronze sicherte sich die USA.

Im abschließenden Achter-Rennen der Männer, das ohne deutsche Beteiligung stattfand, siegte Großbritannien vor Australien und Kroatien. Den Titel im Frauen-Achter sicherte sich Rumänien vor den Niederlanden und Kanada.

Rudern, Männer, Doppelvierer:
Gold: Italien (Agostino Abbagnale/Alessio Sartori/Rossano Galtarossa/Simone Raineri) 5:45,56 Min.
Silber: Niederlande (Jochem Verberne/Dirk Lippits/Diederik Simon/Michiel Bartmann) 5:47,91
Bronze: Deutschland (Marco Geisler/Halle, Andreas Hajek/Ratzeburg, Stephan Volkert/Leverkusen, Andre Willms/Berlin) 5:48,64
4. Australien 5:50,32, 5. Schweiz 5:54,88, 6. Ukraine 5:55,22


Männer, Achter:
Gold: Großbritannien 5:33,08
Silber: Australien 5:33,88
Bronze: Kroatien 5:34,85
4. Italien 5:35,37, 5. USA 5:39,16, 6. Rumänien 5:43,89


Rudern, Männer, Leichtgewicht, Doppelzweier:
Gold: Tomasz Kucharski/Robert Sycz (Polen) 6:21:75 Min.
Silber: Elia Luini/Leonardo Pettinari (Italien) 6:23,47
Bronze: Pascal Touron/Thibaud Chapelle (Frankreich) 6:24,85
4. Ingo Euler/Bernhard Rühling (Stuttgart/Mainz) 6:26,54, 5. Markus Gier/Michael Gier (Schweiz) 6:28,52, 6. Hitoshi Hase/Daisaku Takeda (Japan) 6:29,74


Männer, Leichtgewicht, Vierer ohne Steuermann:
Gold: Frankreich (Laurent Porchier/Jean-Christophe Bette/Yves Hocde/Xavier Dorfman) 6:01,68 Min.
Silber: Australien (Simon Burgess/Anthony Edwards/Darren Balmforth/Robert Richards) 6:02,09
Bronze: Dänemark (Soren Madsen/Thomas Ebert/Eskild Ebbesen/Victor Feddersen) 6:03,51
4. Italien 6:03,77, 5. Südafrika 6:07,67, 6. USA 6:10,09


Frauen, Doppelvierer:
Gold: Deutschland (Manja Kowalski/Potsdam, Meike Evers/Ratzeburg, Manuela Lutze/Magdeburg, Kerstin Kowalski/Potsdam) 6:19,58 Min.
Silber: Großbritannien (Guin Batten/Gilian Lindsay/Katherine Grainger/Miriam Batten) 6:21,64
Bronze: Russland (Oxana Dorodnowa/Irina Fedotowa/Julia Lewina/Larisa Merk) 6:21,65
4. Ukraine 6:25,71, 5. USA 6:30,26, 6. Dänemark 6:31,30


Frauen, Achter:
Gold: Rumänien 6:06,44
Silber: Niederlande 6:09,39
Bronze: Kanada 6:11,58,
4. Weißrussland 6:13,57, 5. Australien 6:15,16, 6. USA 6:16,87


Frauen, Leichtgewicht, Doppelzweier:
Gold: Constanta Burcica/Angela Alupei (Rumänien) 7:02,64 Min.
Silber: Valerie Viehoff/Claudia Blasberg (Siegburg/Dresden) 7:02,95
Bronze: Christine Collins/Sarah Garner (USA) 7:06,37
4. Sally Newmarch/Virginia Lee (Australien) 7:12,04, 5. Kim Plugge/Pia Vogel (Schweiz) 7:15,57, 6. Kirsten van der Kolk/Marit van Eupen (Niederlande) 7:17,89