Rugby Neuseeland droht mit WM-Boykott
Neuseelands Ma'a Nonu (l.): Drohung auf WM-Verzicht 2015
Foto: Sandra Mu/ Getty ImagesHamburg - Neuseeland droht damit, auf die Rugby-WM 2015 in England aus Protest gegen den Weltverband IRB zu verzichten. Der neuseeländische Verband hat nach eigenen Angaben durch seine Teilnahme an der laufenden Weltmeisterschaft, die das Land auch ausrichtet, umgerechnet mehr als 7,5 Millionen Euro Verlust gemacht.
Schuld daran seien die strikten IRB-Vorschriften in Sachen Werbung, sagte Neuseelands Verbandschef Steve Tew. Durch die Reduzierung der Anzahl an Testspielen werde den Verbänden zudem die Möglichkeit genommen, ihre Sponsoren zu präsentieren. Die Teams müssen während der sechswöchigen WM auf jegliche Verbindungen zu ihren Sponsoren verzichten.
Tew forderte in der englischen Tageszeitung "The Guardian" die Überprüfung des aktuellen finanziellen Modells der IRB, der Werbevorschriften und des Geldflusses bei einer WM. Unterstützung für die Forderung gab es vom australischen Verband. "Wie Steve Tew deutlich gemacht hat, ist das aktuelle Wirtschaftsmodell untragbar und unzumutbar", sagte Australiens Verbandschef John O'Neill. Als Reaktion darauf veröffentlichte der IRB eine Stellungnahme, in der der Weltverband seinen Willen bekräftigte, mit den Teams verhandeln zu wollen.
Für die Spieler der "All Blacks" wäre ein WM-Verzicht nur schwer zu akzeptieren. "Man kann sich gut vorstellen, wie das Land darauf reagieren würde. Die Leute wären nicht sehr glücklich", sagte Neuseelands Spieler Keven Mealamu: "Es wäre niederschmetternd für uns, wenn wir an der nächsten WM nicht teilnehmen könnten."
Rugby ist in Neuseeland Nationalsport, die Nationalmannschaft ist derzeit Weltranglistenerster. Den WM-Titel holten die "All Blacks" jedoch bislang nur einmal (1987). Bei der laufenden Weltmeisterschaft im eigenen Land sind sie nach bislang drei Gruppenspielen ungeschlagen.