Rugby-WM: "All Blacks" am Boden zerstört - DER SPIEGEL
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Rugby-WM "All Blacks" am Boden zerstört

Titelverteidiger Australien hat als erste Mannschaft das Endspiel bei der fünften Rugby-WM erreicht. Im Halbfinale musste sich das favorisierte Team aus Neuseeland den Australiern klar geschlagen geben. Neuseelands Rugby-Helden fürchten nun, dass die Schmach sogar Auswirkungen auf die nationale Wirtschaft haben wird.
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Sydney - Die "Wallabies", wie die Spieler der australischen Rugby-Nationalmannschaft genannt werden, haben am Samstag in Sydney ihr Halbfinale gegen Neuseeland 22:10 (13:7) gewonnen und damit für die erste große Überraschung bei dem sechswöchigen Mammut-Turnier gesorgt. Vor 82.444 Zuschauern konnten die favorisierten "All Blacks" aus Neuseeland nur einen einzigen Versuch gegen die abwehrstarken Australier legen, die verdient als Sieger das Olympiastadion verließen. Den zweiten Endspiel-Teilnehmer ermitteln an diesem Sonntag ebenfalls in Sydney England und Frankreich.

"Das bricht einem das Herz", sagte Neuseelands Kapitän Reuben Thorne ancshließend und bat die Rugby verrückte Bevölkerung seines Landes um Nachsicht mit den geschlagenen Hoffnungsträgern. "Ich kann jedem versichern, dass er nicht annähernd so enttäuscht ist wie wir Spieler selber. Für uns ist es noch einmal doppelt so hart wie für die Menschen zu Hause", meinte Thorne, der vor dem Spiel für den Fall einer Niederlage sogar negative Auswirkungen auf die heimische Wirtschaft befürchtet hatte.

"Wir sind keine Versager"


Auch der Trainer des Teams, das in diesem Jahr bis zu dem unerwarteten Scheitern erst ein einziges Match verloren hatte, warb um Verständnis. "Wir sind keine Versager. Wir haben heute einfach gegen ein besseres Team verloren", sagte John Mitchell. Bei der Heimkehr der "All Blacks" nach ihrem Halbfinal-Aus gegen Frankreich vor vier Jahren hatten enttäuschte Fans in weißer Farbe "Versager" auf die Taschen der Athleten geschmiert, bevor diese im Flughafen von Auckland vom Gepäckband liefen.

Die Gastgeber, die im Finale am kommenden Samstag (22. November) als erste Nation überhaupt einen WM-Titel verteidigen können, waren naturgemäß rundum zufrieden. "Das war heute ein gewaltiger Kraftakt von uns. Anders wäre es nicht möglich gewesen, das beste Team des Jahres zu bezwingen", sagte Australiens Kapitän George Gregan, warnte jedoch vor zu großer Euphorie: "Jetzt haben wir nächste Woche die Gelegenheit, um den ultimativen Preis zu spielen. Wir dürfen uns also nicht zu sehr an dem Erfolg berauschen."