Rugby-WM: England entthront Australien - DER SPIEGEL
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Rugby-WM England entthront Australien

Für Australien endete die Rugby-WM mit einer riesigen Enttäuschung. Der Gastgeber und Titelverteidiger musste sich England geschlagen geben. Damit wurde erstmals ein Team aus der nördlichen Hemisphäre Weltmeister.
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Sydney - England setzte sich am Samstag in Sydney gegen Australien mit 20:17 (14:14, 14:5) nach Verlängerung durch. Für die entscheidenden Punkte sorgte der englische Starspieler Johnny Wilkinson mit seinem ersten verwandelten Dropkick eine Minute vor Schluss. Das Spiel um Platz drei hatte Neuseeland am Freitag gegen Frankreich mit 40:13 für sich entschieden.

Trittspezialist Wilkinson war mit 15 Punkten der erfolgreichste Akteur des Endspiels, hatte vor seinem viel umjubelten Siegtreffer aber mit drei Dropkicks nicht durch die Malstangen getroffen. Für Australien markierte Elton Flatley 12 Punkte durch Straftritte. Beide Mannschaften konnten vor rund 83.000 Zuschauern im Olympiastadion je einen Versuch legen. Unter den Besuchern war auch Prinz Harry, der Englands Königin und Australiens Staatsoberhaupt Elizabeth II. vertrat.

Beim fünften WM-Turnier holte mit England erstmals eine Mannschaft aus der nördlichen Hemisphäre den Titel. Zuvor waren zweimal Australien sowie je einmal Neuseeland und Südafrika Weltmeister geworden. Mit dem Finalsieg gelang England zudem die Revanche für die 6:12-Niederlage gegen Australien im WM-Finale 1991 vor heimischem Publikum. Für die Briten war es der größte sportliche Erfolg seit dem Gewinn der Fußball-WM 1966 gegen Deutschland.

Impuls für australische Wirtschaft

Beide Teams zeigten zum Abschluss des sechswöchigen Turniers ein schnelles und angriffsbetontes Match. England führte zur Halbzeit mit 14:5, doch die Gastgeber erzwangen durch einen Straftritt Flatleys in der letzten Minute der regulären Spielzeit den 14:14-Ausgleich und damit die Verlängerung. Das bessere Ende hatten dann jedoch die Briten für sich.

Für die "Wallabies" war der Verlust des Titels der einzige Wermutstropfen. Das WM-Spektakel brachte nach Expertenschätzungen der australischen Wirtschaft umgerechnet rund 600 Millionen Euro und sorgte damit für ein zusätzliches Wachstum des einheimischen Bruttosozialproduktes von 0,2 Prozent. Die nächste WM findet 2007 in Frankreich statt.