Ryder Cup Sorgen um Thomas Björn
Crans-sur-Sierre - Thomas Björn, einer der zwölf europäischen Spieler, die Ende September (28.-30.) in Birmingham, England, gegen die USA im Ryder Cup aufgestellt sind, musste nach der zweiten Runde bei den European Masters in den Schweizer Alpen in Crans-sur-Sierre verletzt aufgeben. Der Däne, der sich nach Auftaktrunden von 66 und 71 Schlägen (-5) als Neunter im Verfolgerfeld hinter dem führenden Argentinier Ricardo Gonzalez (-10/65,67) aussichtsreich positioniert hatte, gab wegen einer Schulterverletzung auf und flog anschließend zu einer Untersuchung nach London, wo Björn seit einigen Jahren lebt.
"Thomas ist mein Schlüsselspieler"
Sollte sich Björns Verletzung als schwer erweisen, würde Kapitän Sam Torrance beim prestigeträchtigen Kontinentalvergleich mit den besten zwölf Spielern der USA ein wichtiger Mann fehlen. "Thomas ist einer meiner Schlüsselspieler", hatte der Schotte bereits im Vorfeld verkündet.
Der 30-jährige Däne ließ Torrance ausrichten, dass er sich die Schulter ausgekugelt habe. Doch der optimistische Schotte glaubt, dass die Verletzung doch nicht so schwer ist. "Er hat mich am Samstag angerufen und erzählt, dass er schon wieder versucht hätte Bälle zu schlagen, was ein Zeichen dafür ist, dass die Verletzung vielleicht nicht so schlimm ist", so Torrance. "Wenn ich mir die Schulter ausgekugelt hätte, könnte ich das jedenfalls nicht", gab sich der 53-Jährige zuversichtlich. Auch Björns stets präsenter Physiotherapeut Peter Richardson glaubt ebenfalls nicht an eine ausgekugelte Schulter.
Schmerztabletten sind kein Thema
"Thomas hat gesagt, dass er wahrscheinlich mit zehn Schmerztabletten antreten könnte, aber das steht überhaupt nicht zur Debatte", betonte Torrance, der sich 1993 als Nominierter kurz vor dem Ryder Cup am Brustbein verletzte und zum Einzel wegen eines eingewachsenen Zehnagels nicht antreten konnte. Björn hat die Teilname an der kommende Woche stattfindenden WGC-Championships in St. Louis abgesagt und hofft zur Lancome Trophy in Paris, der Generalprobe vor dem Ryder Cup, wieder fit zu sein.
"Natürlich würde ich Thomas gerne in Paris spielen sehen, aber das kann ich auch noch in der Woche vor dem Ryder Cup", sagte Torrance. "Ich weiß, dass er in den letzten Wochen gut drauf war." Dennoch muss nun mit allem gerechnet werden. "Meine innere Stimme sagt mir, dass er rechtzeitig wieder fit sein wird", strahlt der Kapitän Zuversicht aus. "Ich hoffe es jedenfalls, denn er ist einer meiner besten Männer."
Chance für Poulter und Jiménez
Torrance, der mit dem angeschlagenen Lee Westwood ein weiteres Sorgenkind in seinem Team hat, hat bereits den Elft- und Zwölftplazierten der Ryder-Cup-Wertung, Ian Poulter aus England und dem Spanier Miguel Angel Jiménez, signalisiert, dass sie sich für eine eventuelle Nominierung bereit halten sollen. Unglücklicherweise laboriert Poulter derzeit an eine Handgelenksentzündung und gab in Crans-sur-Sierre nach der ersten Runde (80) auf. So hat der zuletzt tapfer um seine Ryder-Cup-Chance kämpfende Jiménez die besten Chancen, noch ins Team von Sam Torrance zu rutschen.
Am Sonntag gab es jedoch leichte Entwarnung aus dem Lager Björns. Sein Manager ließ mitteilen, dass nach den ersten Untersuchungen die Schulterverletzung nicht so schlimm ist wie zunächst befürchtet. Sogar die Teilnahme an der Lancome Trophy scheint wieder möglich.