Saison 2006 Ullrichs Giro-Start weiter offen
Hamburg - "Bei einer Teilnahme am Giro ginge es nicht darum, um den Gesamtsieg mitzufahren, sondern um eine gezielte Vorbereitung auf die Tour", sagte Ullrich, "wenn die Form stimmt, will ich mich bei der einen oder anderen Etappe aber schon zeigen." Damit relativierte der beste deutsche Radprofi eine Meldung der italienischen Tageszeitung "La Gazzetta dello Sport". Diese hatte berichtet, dass Ullrich sich endgültig entschieden habe, vom 6. bis 28. Mai beim Giro zu starten. Die 89. Auflage der traditionsreichen Rundfahrt führt 2006 über 3553 Kilometer durch Belgien, Italien, die Schweiz und Österreich.
"Der Giro ist eine von zwei Möglichkeiten, die wir erwägen, die andere ist der Weg über die Tour de Suisse", sagte Ullrich. "Eine Entscheidung wird erst im Januar während des Trainingslagers auf Mallorca fallen", so T-Mobile-Teamchef Olaf Ludwig.
Zur Vorbereitung auf die bevorstehende Saison fliegt Ullrich am kommenden Montag nach Südafrika, wo er gemeinsam mit einigen Teamkollegen bis zum 23. Dezember im Trainingslager weilt. Nach dem Jahreswechsel folgt ein zweites Trainingslager vom 7. bis 21. Januar auf Mallorca, wo auch die Teampräsentation von T-Mobile am 14. Januar stattfinden wird.
Ullrich, der 2005 die Tour de France als Dritter beendete, will das wichtigste Radrennen der Welt nach 1997 zum zweiten Mal gewinnen. Die Chancen für den 32-Jährigen stehen gut, denn Rekordsieger Lance Armstrong hat seine Karriere inzwischen beendet. Die Frankreich-Rundfahrt wird nächstes Jahr vom 1. bis 23. Juli ausgetragen.
Der Giro 2006 wäre für Ullrich ein sehr anspruchsvoller Aufgalopp. Fünf Bergankünfte stehen auf dem Programm. Die Sprintspezialisten jedenfalls sind nicht sehr begeistert. "Für uns gibt es höchstens fünf Möglichkeiten auf Etappensiege. Vielleicht starte ich doch lieber bei der Tour", sagte etwa Erik Zabels neuer Milram-Kollege Alessandro Petacchi.