Salzgeber-Interview "Oh Gott, oh Gott"
Frau Salzgeber, mitten in Ihrer Dressur fiel die Musik aus. Was ging da in Ihnen vor?
Ulla Salzgeber:
Zuerst konnte ich an gar nichts mehr denken. Dann dachte ich: Das ist doch nicht wahr! Und als ich Chefrichter Eric Lette rumlaufen sah, habe ich zu mir gesagt: Oh Gott, oh Gott, hoffentlich darf ich weitermachen. Als ich gehört habe, woran es lag, war ich erleichtert.
Was war denn der Grund für den Musik-Ausfall?
Salzgeber: Die CD war defekt. Warum, weiß ich nicht. Am Freitag beim Soundcheck hatte noch alles funktioniert. Zum Glück nehme ich immer zwei CDs mit, so dass ich weiter reiten konnte.
Was haben Sie in der Pause gemacht?
Salzgeber: Ich habe mich erst einmal auf den Stuhl gesetzt und überlegt, was ich jetzt machen soll. So eine Situation habe ich noch nie erlebt. Das Problem war, dass mein Pferd Rusty glaubte, die Prüfung sei fertig und relaxte. Nachdem ich ihn zwei Runden geritten habe, war er aber wieder voll da.
Wer hat denn mehr Anteil an dem Erfolg, Sie oder Ihr Pferd?
Salzgeber: Wenn Rusty nicht mitgemacht hätte, wäre gar nichts gegangen. Aber er ist so und lässt mich nicht hängen. Ich bin wahnsinnig stolz auf ihn.
Nach dem Grand Prix waren Sie noch Siebte. Am Freitag nach dem Grand Prix Special entschied Equipechef Anton Fischer, dass Sie und nicht Ihre punktgleiche Teamkollegin Alexandra Simons-de Ridder im Finale um eine Medaille reiten dürfen. Und dann fällt in der Kür die Musik aus. Wie denken Sie über diese Woche?
Salzgeber: Diese Woche war unglaublich. Was hier und heute passiert ist, ist wie ein Märchen.
Das Gespräch führte Claas Hennig, dpa