"Sandy"-Verwüstungen Bürgermeister sagt New-York-Marathon ab
New-York-Marathon (Archivbild): Jährlich mehr als 40.000 Teilnehmer
Foto: LUCAS JACKSON/ REUTERSNew York - Die Stadt New York hat den jährlich stattfindenden Marathon für Sonntag abgesagt. Grund sind die erheblichen Verwüstungen in der Metropole durch Wirbelsturm "Sandy". "Wir wollten verhindern, dass ein Schatten über dem Rennen oder seinen Teilnehmern liegt. Deswegen haben wir entschieden, den Lauf abzusagen", sagte Bürgermeister Michael Bloomberg.
Der Veranstalter, die New York Road Runners, hatte mit bis zu 47.000 Läufern gerechnet, rund die Hälfte sollte aus dem Ausland kommen. Viele Teilnehmer waren bereits angereist.
"Wir freuen uns auf einen tollen Lauf im nächsten Jahr", sagte New Yorks stellvertretender Bürgermeister Howard Wolfson. Damit beendete er Spekulationen darüber, ob der Marathon an einem späteren Tag stattfindet könnte.
"Wir haben das diskutiert. Wir haben auch über eine verkürzte Route diskutiert, etwa eine Zehn-Meilen-Strecke. Aber das wäre nicht unser Marathon", sagte Wolfson. Zum New-York-Marathon gehöre es, dass er durch alle fünf Stadtteile führe. "Es tut mir leid für alle Läufer, die sich auf dieses Ereignis gefreut haben. Bitte kommen Sie nächstes Jahr wieder."
Bloomberg hatte zuvor darauf gedrängt, dass der Marathon stattfinden solle. "New York muss zeigen: Wir sind hier und wir werden uns davon erholen", so Bloomberg noch am Freitag. Ein Faktor waren auch die erwarteten Einnahmen des Laufes: Mit über 300 Millionen Dollar Umsatz war gerechnet worden.
Doch die Kritik war immens. Angesichts der Verwüstungen durch "Sandy" und der noch nicht abgeschlossenen Suche nach Toten, sei es unsensibel und würde Einsatzkräfte von wichtigeren Aufgaben abhalten.
Das 42,195 Kilometer lange Rennen durch die fünf Stadtbezirke beginnt traditionell auf der Verrazano Narrows Bridge in Staten Island und gilt als der bedeutendste Stadtmarathon der Welt. Seit der ersten Ausgabe 1970 hatte der Marathon bislang immer stattgefunden.