Schlapper Ullrich: Belgiens Berge eine Etage zu hoch - DER SPIEGEL
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Schlapper Ullrich Belgiens Berge eine Etage zu hoch

Für diese Saison versprach Jan Ullrich eine optimale Vorbereitung, um endlich seinen zweiten Toursieg nach 1997 einzufahren. Doch derzeit strampelt der T-Mobile-Kapitän der Konkurrenz hechelnd hinterher. Nach der Aufgabe beim Flèche Wallone sagte der 30-Jährige die nächsten Rennen ab, auch am Henninger Turm wird er nicht starten.
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Lüttich - Ullrich war gestern beim Halbklassiker Flèche Wallonne nach knapp 100 Kilometern ausgestiegen. "Ich bin ehrlich genug, um zuzugeben, dass dieses Rennen für mich in meiner derzeitigen Form noch eine Etage zu hoch war", sagte Deutschlands Sportler des Jahres, der schon beim ersten Anstieg zur berüchtigten "Mauer von Huy" große Mühe hatte. Der Ardennen-Klassiker Lüttich-Bastogne-Lüttich hat ähnliche Schwierigkeiten zu bieten.

Auch das Henninger-Turm-Rennen am 1. Mai hat Ullrich aus seinem Kalender gestrichen Sein nächster Start soll er erst wieder am 29. Mai bei "Rund um die Hainleite" in Thüringen fahren, teilte T-Mobile-Sprecher Matthias Schumann am Donnerstag in Frankfurt/Main mit. Im Trainingslager in der Schweiz soll sich Ullrich nun in Form fahren. Seine Mannschaftskollegen Matthias Kessler und Andreas Klöden sollen dort in der nächsten Woche die Trainingspartner sein.

Ernste Probleme beim nächsten Zwischenfall

Obwohl Ullrich diese Saison schon im Dezember - so früh wie nie zuvor - mit der Saisonvorbereitung begonnen hatte, hatte er im Vorjahr beim "wallonischen Pfeil" als 31. mit geringem Abstand zum Sieger wesentlich besser ausgesehen. Kein Wunder, dass Ullrichs Form nun Diskussionsstoff bietet. "Jetzt haben wir wieder die Schwierigkeit, dass jeder weitere Zwischenfall ernste Probleme bringen wird", grübelt auch sein persönlicher Betreuer Rudy Pevenage über die derzeitige Verfassung seines Schützlings. An den Querelen im Hintergrund - Teammanager Walter Godefroot hält Pevenage auf Distanz - könne der augenblickliche Leerlauf aber nicht liegen. "Davon fährt man doch nicht langsamer", so Pevenage.

Ullrich, der schon bei seiner zurückhaltenden Vorstellung Ostermontag in Köln von Eddy Merckx heftig kritisiert worden war ("Zu viel Gewicht, zu wenig Rennen"), gibt seiner Umgebung wieder einmal Rätsel auf. Seinen Teamchef lässt das Ausbleiben des Formanstiegs noch kalt. "Natürlich hatten wir damit gerechnet, dass es bei ihm schon besser geht, aber es besteht kein Grund zur Panik. Ihm fehlen Kilometer. Er hatte von Januar bis Februar in seiner Vorbereitung wegen Erkältungen kleinere Ausfälle", beschwichtigt Mario Kummer, "Fixpunkte seiner Tour-Vorbereitung sind jetzt Deutschland-Rundfahrt und Tour de Suisse."