Schuldenerlass Deutscher Tennis-Bund saniert
Hamburg - Die Insolvenz des Deutschen Tennis-Bundes (DTB) ist abgewendet. Die DTB-Gesellschafterversammlung billigte einstimmig das Konzept des Präsidiums. Zudem erklärten sich die Landesverbände bereit, zwei Millionen Euro in den Dachverband einzubringen. "Es war noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten", sagte Präsident Georg von Waldenfels nach der Sitzung. Letztlich stimmten die Landesverbände einstimmig zu. Während der neunziger Jahre hatte der DTB seine Mitgliedsverbände selbst mit mehr als 30 Millionen Euro aus seinem lukrativen Fernsehvertrag unterstützt.
Zur Sanierung des finanziell angeschlagenen DTB gehört in erster Linie der Verzicht der Banken auf die Hälfte ihrer Forderungen in Höhe von 8,5 Millionen Euro. Außerdem wird der Hamburger Senat 750.000 Euro für die Sanierung der Tennis-Anlage am Rothenbaum zur Verfügung stellen. Eine Betriebsprüfung beim DTB in der vorigen Woche verlief laut Waldenfels ohne Probleme.
"Damit sind die Voraussetzungen geschaffen, das Hamburger Turnier über das Jahr 2003 hinaus zu erhalten", erklärte der frühere bayerische Finanzminister. Beim nächsten Masters-Turnier im Mai wird sich in Hamburg erstmals Boris Becker engagieren. Fraglich ist noch, ob die German Open der Damen in Berlin mittelfristig zu retten sind. Dies dürfte vor allem von der künftigen Präsenz des Fernsehens und der Bereitschaft der Sponsoren abhängen.
Für das Masters-Turnier der Herren hatte der DTB vor einigen Tagen eine Partnerschaft mit dem Norddeutschen Rundfunk (NDR) abgeschlossen, der das Turnier in seinem dritten Programm übertragen wird. Außerdem behält sich die ARD vor, wichtige Spiele in den ersten Kanal zu übernehmen. Außerdem sendet auch weiterhin der Pay-TV-Sender "Premiere" vom Rothenbaum.