Schwergewichtsboxen Letzter US-Weltmeister entthront
Atlantic City - Sultan Ibragimow aus Russland ist neuer Schwergewichts-Weltmeister nach Version der World Boxing Organisation (WBO). Der 32-Jährige entthronte in Atlantic City/New Jersey den bisherigen Titelträger Shannon Briggs aus den USA durch einen einstimmigen Punktsieg über zwölf Runden (119:109, 115:113 und 117:111).
Briggs war ohne jede Chance. "Ich mag solche Art von Kämpfen nicht", sagte Ibragimow, der viele harte Schläge setzte, während Briggs kaum Wirkungstreffer erzielte. Durch den Erfolg des Olympia-Zweiten von Sydney befindet sich kein WM-Gürtel des Schwergewichts mehr in Besitz des amerikanischen Box-Promoters Don King. Stattdessen werden alle vier Welttitel nun von Boxern aus der ehemaligen Sowjetunion gehalten.
Ibragimows Landsmann Oleg Masjakew ist WBC-Weltmeister, der Usbeke Ruslan Tschagajew ist Titelträger der WBA und der Ukrainer Wladimir Klitschko wird bei der IBF als Champion geführt.
Im Spielerparadies Atlantic City saß Wladimirs Bruder Witali als Zuschauer am Ring. Der frühere Weltmeister will im September nach zweijähriger Pause ein Comeback starten, möglicherweise gleich mit einem Titelkampf gegen Ibragimow.
Eigentlich hätte Ibragimow schon im März gegen Briggs kämpfen sollen, doch der Fight musste abgesagt werden. Briggs hatte sich eine Lungenentzündung zugezogen. "Sie haben mich gezwungen, heute zu kämpfen", sagte der 35-Jährige nach der Niederlage, ohne aber konkreten Namen zu nennen. "Ich wollte eigentlich gar nicht boxen", so Briggs, "aber sie drohten mir, mich zu verklagen, wenn ich nicht antreten würde. Ich musste Antibiotika nehmen und konnte die beiden letzten Wochen nicht trainieren."
An die Beendigung seiner Karriere denkt der unter Asthma leidende Briggs allerdings nicht. Er fühlt sich immer noch gut genug, um mithalten zu können. Für die Titelverteidigung gegen Ibragimow erhielt Briggs eine Kampfbörse von 1,8 Millionen Dollar, der Herausforderer musste sich mit einem Drittel begnügen.
ach/sid/AP