Schwimm-EM Deutscher Triumph trotz Kälte
Madrid - Wie bereits an den Tagen zuvor beeinträchtigte kaltes Wetter die Wettbewerbe bei den Schwimm-Europameisterschaften in Madrid. Auch der Auftakt der Langstreckenrennen im San-Juan-Stausee stand bei nur 16 Grad Wassertemperatur unter keinem guten Stern. Doch zwei deutsche Starterinnen blieben davon unbeeindruckt, streiften sich ihre Neopren-Anzüge über und sorgten auf der Fünf-Kilometer-Strecke für einen deutschen Doppelsieg. In einem spannenden Zielsprint schwamm die Rostockerin Britta Kamrau als neue Europameisterin über die Linie. "Ich habe keine Zeit, über Frieren nachzudenken", kommentierte die 25-Jährige cool, als sie nach 59:11,3 Minuten aus dem Wasser kletterte, "nur meine Füße fühle ich nicht wirklich." Kamrau weiter: "Es ist super gelaufen. Einen besseren Einstand kann es gar nicht geben."
Die erst 18 Jahre alte Stefanie Biller aus Nördlingen belegte hinter ihrer Teamkollegin in 59:14,4 Minuten den zweiten Platz. "Die Kälte habe ich nur an Händen und Füßen gespürt", so Biller, "ich hatte mehr mit den Wellen zu kämpfen." Gina Mohr aus Elmshorn rundete das hervorragende deutsche Ergebnis mit einem fünften Platz ab. Christian Bartsch, Langstreckenteamchef des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) war hochzufrieden: "Besser geht es nicht." Dritte wurde die Spanierin Xenia Lopez.
Der Start der Männer über zehn Kilometer hatte wegen der Kälte um zwei Stunden verschoben werden müssen. Der Erfurter Ben Hofmann belegte als bester Deutscher Rang sieben. Europameister wurde der Russe Jewgeni Koschkarow in 1:45:21,5 Stunden.