Schwimm-WM: Biedermann wird Weltmeister vor Phelps - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Schwimm-WM Biedermann wird Weltmeister vor Phelps

Triumph in Rom: Bei der Schwimm-WM hat Paul Biedermann nach seinem Sieg über 400 Meter Freistil auch den Titel über 200 Meter geholt. Erneut schwamm er eine Weltrekordzeit - und verwies den großen Favoriten Michael Phelps auf den zweiten Rang. Helge Meeuw holte Silber über 100 Meter Rücken.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hamburg - Paul Biedermann hat mit einem Weltrekord Schwimm-Superstar Michael Phelps bezwungen und ist Weltmeister über 200 Meter Freistil. Biedermann schlug bei der WM in Rom nach 1:42,00 Minuten an.

Schwimmstar Biedermann: Zweiter Triumph bei der WM in Rom

Schwimmstar Biedermann: Zweiter Triumph bei der WM in Rom

Foto: DPA

Der 22-Jährige holte sich damit seine zweite Goldmedaille nach den 400 Metern Freistil, Phelps wurde nur Zweiter. Der 14-fache Olympiasieger aus den USA verlor sein erstes großes internationales Rennen seit fünf Jahren. Biedermann ist außer Ian Thorpe der einzige Doppel-Weltmeister über 200 und 400 Meter. Dem Australier gelang dieses Kunststück 2001 und 2003.

"Wie ein Traum ist dieser Moment. Es fühlt sich so gut an", sagte Biedermann, der Phelps' Weltrekord um 0,96 Sekunden und seine eigene 200-Meter-Zeit innerhalb eines Monats um 2,7 Sekunden verbesserte. "Ich habe gerade mit meinen Schmerzen zu kämpfen, aber ich bin überglücklich. Es war ein tolles Rennen. Ich wusste, dass Michael mir an den Wenden viel abnimmt, deshalb war meine einzige Chance, ihn beim Schwimmen zu schlagen und das hat gut geklappt", sagte Biedermann.

Der Olympia-Fünfte ist der erste deutsche Weltmeister über die 200 Meter Freistil seit Michael Groß, der 1982 und 1986 triumphierte. Phelps sagte nach seiner Niederlage: "Man muss anerkennen, dass Paul der Bessere war. Er hat ein starkes Jahr. Ich war hier nicht in der Lage, ihm Paroli zu bieten. Glückwunsch."

Biedermann holte die insgesamt fünfte deutsche Goldmedaille bei den Schwimm-Weltmeisterschaften von Rom. Zuvor hatten die Langstreckenschwimmer Thomas Lurz (über fünf und zehn Kilometer) und Angela Maurer gewonnen.

Auch Helge Meeuw war erfolgreich, er holte über 100 Meter Rücken die Silbermedaille über die er sich "riesig" freute. "Damit hätte ich nie gerechnet", sagte Meeuw, der sich in 52,54 Sekunden um 28 Hundertstel nur dem Japaner Junya Koga geschlagen geben musste.

Stark war auch der Auftritt von Hendrik Feldwehr, der über 50 Meter Brust beim Weltrekord des Südafrikaners Cameron van der Burgh (26,74) mit Europarekord (26,83) als Zweiter ins Finale einzog. "Das war ein perfektes Rennen", so Feldwehr. Einen weiteren Weltrekord gab es durch die Britin Gemma Spofforth über 100 Meter Rücken. Spofforth blieb in 58,12 Sekunden 36 Hundertstel unter der Marke der Russin Anastassia Sujewa aus dem Halbfinale. Sujewa schwamm in Europarekord (58,18) auf Platz zwei.

Einen weiteren Europarekord gab es durch die Italienerin Alessia Filippi bei ihrem Sieg über 1500 Meter Freistil (15:44,93). Sarah Poewe belegte trotz einer neuen deutschen Rekordzeit über 100 Meter Brust im Finale nur Platz acht. Den Titel sicherte sich die US-Amerikanerin Rebecca Soni (1:04,93).

Derweil bestätigte der Vorstand des Schwimmweltverbandes Fina die Entscheidung des Kongresses, alle Hightech-Anzüge von 2010 an zu verbieten. "Wir respektieren den Beschluss des Kongresses vom 24. Juli", sagte der neue Fina-Präsident Julio Maglione auf einer Pressekonferenz in Rom.

Bis zum 30. September sollen nach genauen Untersuchungen in einem Schweizer Labor Anweisungen für die neuen Textil-Anzüge an die Hersteller ergehen. So müssen noch die Durchlässigkeit und die Dicke der Anzüge geklärt werden. Der genaue Zeitpunkt der neuen Regeln ist noch unklar. "Wir wollen sie so bald wie möglich umsetzen. Alle stehen in den Startlöchern", sagte Generaldirektor Cornel Marculescu.

jar/dpa