Schwimm-WM DSV-Team sammelt weiter Medaillen
Melbourne - Lurz verfehlte über die olympische Zehn-Kilometer-Strecke sein erneutes WM-Double zwar um sechs Hundertstel, zeigte danach aber Größe. "So ist der Sport, auch damit muss man umgehen", sagte Lurz und richtete seinen Blick lieber voraus auf Olympia im nächsten Jahr: "In Peking hab ich ihn." Mit "ihn" war der Russe Wladimir Diatschin gemeint, der sich in 1:55:32,52 Stunden durchsetzte.
Es war eine historische Entscheidung: Erstmals in der Langstrecken-Geschichte wurde eine Differenz von Hundertsteln zu Hilfe genommen. Auf die Intervention von DSV-Präsidentin Christa Thiel, beiden Athleten zeitgleich Gold zu gewähren, ließ sich das Kampfgericht letztlich nicht ein. Damit musste sich Lurz erstmals nach WM-Silber 2005 in Montreal wieder geschlagen geben.
Konfusion gab es auch um die Platzierung von Christian Hein. Erst nach seinem zweiten Anschlag war die Zeit stehen geblieben. Der Mainzer wurde zunächst auf Rang sieben geführt, nach erfolgreichem Protest aber als Fünfter (1:55:49,43) gewertet.
Christin Steuer holte derweil Bronze und damit die bislang fünfte Medaille für das DSV-Team bei dieser WM. Die 24-Jährige musste mit 386,85 Punkten nur den beiden Chinesinnen Xin Wang (432,85) und Ruolin Chen (410,30) den Vortritt lassen. Die Dresdnerin Annett Gamm belegte zwei Tage nach Bronze im Synchronwettbewerb Rang neun (291,30) und sicherte dem Deutschen Schwimm-Verband (DSV) durch die Finalteilnahme einen weiteren begehrten Quotenplatz für Olympia 2008 in Peking.
Der Berliner Tobias Schellenberg verpasste zwei Tage nach Synchron-Bronze das Finale vom Ein-Meter-Brett mit 376,40 Punkten als Zehnter hingegen ebenso wie sein Teamkollege und WM-Debütant Patrick Hausding. Der 18-Jährige landete auf Rang acht. Wie bei den Frauen sorgten Yutong Luo (477,40) und Chong He (469,85) für einen chinesischen Doppelsieg. Platz drei holte sich der Italiener Christopher Sacchin (441,40).
In einem Hotel ist derweil eine Schachtel mit gefüllten Ampullen gefunden worden. Die Polizei in Melbourne bestätigte, dass sie eine Untersuchung eingeleitet hat. In einer Erklärung hieß es, dass die Polizei gestern Abend (Ortszeit) benachrichtigt worden sei, nachdem Angestellte in einem nicht genannten Hotel die Schachtel gefunden hatten. "Die Ampullen wurden untersucht, die Flüssigkeit war allerdings keine illegale Droge. Es konnte jedoch eine Spur verbotener Drogen in der Schachtel festgestellt werden", hieß es. Die Polizei erklärte, dass sie den Schwimmweltverband Fina, den australischen Zoll sowie das lokale Organisationskomitee informiert habe.
fpf/sid/dpa