Schwimmen: Doping-Verfahren gegen Turetski eingestellt - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Schwimmen Doping-Verfahren gegen Turetski eingestellt

Gennadij Turetski ist einer der erfolgreichsten Schwimmtrainer der Welt und kann nun weiter am Beckenrand tätig sein. Denn der gegen den gebürtigen Russen in Australien laufende Doping-Prozess ist ohne ein Urteil beendet worden.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Canberra - Ein Gericht in Canberra stellte das Verfahren gegen den des Dopinghandels beschuldigten Schwimmtrainer Turetski am Freitag überraschend ein. Der australische Schwimm-Verband hob daraufhin mit sofortiger Wirkung die seit April 2001 bestehende Suspendierung des gebürtigen Russen als Trainer im Nationalen Sportinstitut in Canberra auf.

Als Grund nannte die australische Justiz, dass es keine Aussicht auf eine Verurteilung Turetskis geben würde. Zuvor hatte dessen Ehefrau Irina, eine frühere russische Olympia-Schwimmerin, die er bis 1991 noch selbst trainiert hatte, ihr Recht auf Aussageverweigerung in Anspruch genommen.

Ausgangspunkt der Klage war ein Einbruch in Turetskis Villa in Canberra gewesen. Der später überführte Täter hatte Turetski als Zeuge vor Gericht schwer belastet. Der 18-Jährige hatte angegeben, in dem von ihm gestohlenen und in einem nahe gelegenen See versenkten Safe hätten sich viele Pillen befunden. Dabei habe es sich um Stanozolol-Präparate gehandelt.

Turetski, seit 1996 australischer Staatsbürger, bestritt von Beginn an die Vorwürfe. Dem Coach der Olympiasieger Alexander Popow und Michael Klim hätten bei einer Verurteilung eine Haftstrafe von bis zu sechs Monaten und eine lebenslange Sperre für Verbandsarbeit auf australischem Boden gedroht.

Der 1992 nach Australien ausgewanderte Turetski hatte Alexander Popow 1992 und 1996 jeweils zu Olympiagold über 50 und 100 Meter Freistil geführt. Die von Turetski trainierten Schwimmer haben bislang insgesamt 27 Weltrekorde aufgestellt.