Schwimmen Krisenstimmung im deutschen Team
Sydney - Verpasste Medaillen, Pleiten bereits in den Halbfinals, die früher vom Erfolg verwöhnten deutschen Schwimmer paddeln ihren Gegnern hinterher. Die Verbandsspitze will jetzt handeln: Am Montagabend lädt sie zu einer Krisensitzung ein. DSV-Teamchef Winfried Leopold wollte vor dem Treffen von Aufgabe jedoch nichts wissen: "Dass die Stimmung angesichts der ausbleibenden Medaillen nicht gerade positiv ist, ist klar. Aber bei uns lässt sich auch in dieser Situation niemand hängen. Wir haben noch unsere Chancen."
Dass ausgerechnet die Arrivierten unter den Aktiven der Nationalmannschaft in Sydney versagen und angeblich schon über eine vorzeitige Heimreise nachgedacht hätten, wollte Leopold nicht kommentieren: "Das ist nicht diskutiert worden. Dazu möchte ich zum derzeitigen Zeitpunkt nichts sagen." Bundestrainer Achim Jedamsky sagte: "Jeder zerbricht sich das Hirn, um zu ergründen, woran es liegt. Wenn ich es wüsste, würde ich es der Mannschaft sagen, aber ich weiß es nicht."
Die Hamburgerin Sandra Völker hat unterdessen alle Spekulationen um einen Rückzug von Olympia weit von sich gewiesen. "Ich habe selten so ein dummes Zeug gehört. Das ist zwar alles ziemlich beschissen gelaufen bisher, aber ich bin nicht in das große Motivationsloch gefallen." Die Enttäuschung mit der Staffel habe eine Rolle gespielt, aber "das ist nur einer von vielen Gründen, über die ich aber jetzt nicht sprechen will. Ich habe in Sydney noch Ziele und keine Zeit, bedrückt zu sein". Sandra Völker wartet noch auf ihre Chancen über 50 und 100 Meter Freistil: "Für das schlechte Abschneiden unserer Mannschaft gibt es nicht nur eine Erklärung." Es gebe auch "keinerlei Probleme mit meinem Coach" Dirk Lange.