Segeln: Schümann tritt mit Silber ab - DER SPIEGEL
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Segeln Schümann tritt mit Silber ab

Aus dem vierten Gold wurde nichts für Jochen Schümann. Im Matchrace-Finale gegen den Dänen Jesper Bank unterlag der Deutsche in seinem letzten olympischen Rennen.
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Sydney (dpa) - Jochen Schümann hat bei den olympischen Segelwettbewerben seine vierte Goldmedaille nach 1976, 1988 und 1996 verpasst. Der im bayerischen Penzberg lebende Segler verlor mit seinen Berliner Vorschotern Gunnar Bahr und Ingo Borkowski am Samstag das im Modus "best of seven" ausgetragene Matchrace-Finale der Soling-Klasse gegen die Crew des Dänen Jesper Bank (Dänemark) mit 3:4. Überraschend Bronze in dem Dreimann-Kielboot sicherte sich Hermann Horn Johannessen (Norwegen) durch einen 3:1-Erfolg im kleinen Finale über Roy Heiner (Niederlande).

Vor der Kulisse des Hafens von Sydney gewann der 46-Jährige Schümann als erster Segler nach dem Dänen Paul Elvström und dem Russen Monkey Walentin eine vierte Olympia-Medaille, eine fünfte wird es nicht mehr geben. Der gebürtige Berliner hat schon vor den Spielen angekündigt, in Athen nicht mehr starten zu wollen.

Insgesamt sieben Strafkringel in den sieben Rennen kosteten das Team Jochen Schümann den Sieg. Bank wurde in dem auf des Messers Schneide stehenden Matchrace-Finale von den Schiedsrichtern nur einmal bestraft. Obwohl das deutsche Trio im ersten Rennen einen klaren Vorsprung ersegelte, gewannen die Dänen. Schümann musste wegen einer Regelverletzung kurz vor dem Ziel drehen, und war deshalb chancenlos. Danach freilich gab der Segel-Schümi zunächst Vollgas.

Doch im vierten Rennen erwischte es den Altmeister erneut. Der Strafkringel kurz vor dem Ziel kostete ihn abermals den Sieg, diesmal allerdings nur um Haaresbreite. Im nächsten Duell drehte Schümann den Spieß um, zog die Protestflagge. Der Däne musste seinen Soling nach einer Vorfahrtsverletzung erstmals drehen. In den letzten beiden Rennen wurde der erneut volles Risiko segelnde Schümann sogar mehrmals bestraft. Der Traum vom vierten Gold war geplatzt.

Vor vier Jahren in Savannah hatte Schümann mit seinen damaligen Vorschotern Thomas Flach und Bernd Jäkel noch Gold gewonnen. Mit den beiden Berlinern war er auch 1988 in Seoul, als die Medaillen noch nicht im Matchrace vergeben wurden, erfolgreich gewesen. Sein erstes Gold gewann der 46-Jährige bereits 1976 in Montreal im Finn-Dinghy.

Enttäuschend dagegen das Abscheiden der Starboot-Segler Marc-Aurel Pickel und Thomas Auracher. Das Duo aus Kiel und Gmund wurde Elfter. Die Amerikaner Mark Reynolds und Magnus Liljedahl sicherten sich Gold. Im Finn-Dinghy ging der Olympiasieg an den Briten Ian Percy, der damit die Briten mit drei Mal Gold und zwei Mal Silber vor Australien (2/1/1) und Österreich (zwei Mal Gold) zur erfolgreichste Segelnation der Spiele machte. Michael Fellmann (Sulzberg) beendete die Olympia-Regatta auf Platz 21.