Semmering Kostelic auch nachts in Form
Semmering - Auch unter ungewohntem Flutlicht demonstrierte die 18-jährige aus Zagreb, deren Karriere nach einem schweren Trainingssturz vor einem Jahr in St. Moritz und einer komplizierten Knieoperation schon beendet schien, ihre derzeitige Vormachtstellung.
Im fünften Saison-Slalom feierte Kostelic, die nach ihrem Unfall ein Jahr lang keine Wettkämpfe bestreiten konnte, bereits den fünften Sieg und begab sich damit auf die Spuren der legendären Schweizerin Vreni Schneider, die in der Saison 1988/89 alle sieben Slaloms und in der darauffolgenden Serie auch noch das erste Rennen gewonnen hatte. Kostelic, die zum dritten Mal in Folge zur "Sportlerin des Jahres" in Kroatien gewählt worden war, ging bei ihren nunmehr letzten sieben Starts als Siegerin durch Ziel. Auch vor ihrer Verletzung hatte sie zweimal im Slalom dominiert.
In der Gesamtzeit von 1:35,06 Minuten siegte die 1,74 m große Kostelic vor 10.000 Zuschauern am Hirschenkogel mit 0,64 Sekunden Vorsprung überlegen vor der Schweizerin Sonja Nef (1:35,70) und der Norwegerin Trine Bakke (1:36,35). Als Lohn gab es ein Preisgeld von 50.000 Mark.
Deutschlands beste Skifahrerin, Martina Ertl, musste sich hingegen mit Platz elf zufrieden geben. Dennoch liegt die 27-Jährige zum Jahreswechsel im Gesamt-Weltcup mit 634 Punkten vorn. Durch die Disqualifikation vor einer Woche in Sestriere - einer ihrer Skier wies nicht die geforderte Breite auf - und die Siegesserie Kostelic' beträgt der Vorsprung auf die zweitplatzierte Kroatin allerdings nur noch 15 Zähler.
Immerhin verbesserte sich Martina Ertl in Semmering mit einem guten zweiten Lauf noch um einen Rang. Ausreden wollte die Lengrieserin, die nach dem Ausschluss von Sestriere auf neuen Brettern startete, aber keine gelten lassen. "Ich bin den Ski zwar noch nie im Rennen gefahren, aber trotzdem kenne ich ihn gut. Es ist zwar nicht super gelaufen heute, aber insgesamt bin ich zufrieden."
Die übrigen deutschen Teilnehmerinnen spielten auf der trotz 15 Zentimeter Neuschnee harten Piste nur eine Nebenrolle. Nachwuchsfahrerin Marina Huber (Ruhpolding) erreichte immerhin Platz 23. Monika Bergmann (Lam) musste sich mit dem 26. und letzten Platz begnügen. Stefanie Wolf (Garmisch) war mit 51,11 Sekunden für das Finale zu langsam, Simone Behringer (Wieden) bereits im ersten Lauf ausgeschieden.