Ski Alpin Maier schlägt sich selbst
St. Anton - Eine verpatzte Generalprobe verspricht eine gelungene Premiere. Mit diesem Satz konnte sich Hermann Maier am Samstag in St. Anton ein wenig trösten. Ausgerechnet im Ort der nächsten Weltmeisterschaft im kommenden Jahr kassierte der Superstar aus Österreich in seiner Spezial-Disziplin Super-G eine ungewohnte Niederlage. Ein Flüchtigkeitsfehler bereits am dritten Tor und ein leichtes seitliches Abtragen am Tor vorbei brachten dem 28-Jährigen aus Flachau das Aus.
Josef "Peppi" Strobl sorgte aber dafür, dass Österreich eine stolze Bestmarke weiterführen kann. Der 25-Jährige aus Holzgau verwies in 1:23,41 Minuten den Schweizer Didier Cuche (1:23,54) und seinen Landsmann Stefan Eberharter (1:23,55) auf die Plätze zwei und drei und holte den 18. Super-G-Sieg für sein Land in Folge.
"Ich wusste doch von der Welle. Es hat mir nur die Konzentration gefehlt", meinte Maier, der bisher in allen drei Super-G des Winters ganz oben gestanden hat. Doch aus seinem Ausscheiden kann die Konkurrenz nicht all zu viel Zuversicht beziehen, denn Maier ist nicht geschlagen worden, er hat sich selbst geschlagen. Leicht sarkastisch suchte Maier in dem Aus nach dem Guten. "So habe ich wenigstens heute abend meine Ruhe", meinte Maier in Anspielung auf die sonstigen Abendverpflichtungen durch das Fernsehen.
Der 18. Weltcup-Sieg in Folge im Super-G für das rot-weiß-rote Team markiert einen historischen Rekord im alpinen Ski. Dazu haben die Männer aus der Alpen-Republik auch noch die Konkurrenzen bei Olympia in Nagano und bei der WM in Vail gewonnen. "Mein letzter Sieg im Super-G war auch schon viel zu lange her», meinte Josef Strobl, der zuletzt 1997 im norwegischen Kvitfjell ein Rennen in dieser Disziplin gewonnen hat.
Ganz respektabel verlief das Rennen auch für Stefan Stankalla, der immer noch mit den Spätfolgen seines kapitalen Abfahrtssturzes in Gröden Ende letzten Jahres zu kämpfen hat. In 1:25,80 Minuten konnte der 24-Jährige aus Garmisch-Partenkirchen auf dem 22. Platz wieder einmal wertvolle Weltcup-Zähler sammeln, um zumindest im nächsten Winter eine gute Ausgangsposition zu haben. Dabei hatten die Fahrer ab der Startnummer 20 noch ein wenig Pech, denn Wolken vor der Sonne sorgten für das gefürchtete diffuse Licht. "Die Sicht war schon sehr schwierig", meinte Stankalla, der es allerdings nicht als Ausrede gelten lassen wollte.
Dabei konnte der Sportsoldat nicht ganz im Vollbesitz seiner Kräfte starten, denn leichtsinnigerweise hatte er sich in den Vortagen beim freien Skifahren ein wenig den Knöchel angeschlagen. Nur eine Spritze konnte die Schmerzen erträglich gestalten. Der zweite deutscher Fahrer, Max Rauffer (Leitzachtal/1:27,58), musste auf dem WM-Hang von 2001 mit dem 33. Platz zufrieden sein.