Ski alpin Schwer verletzter Maier hofft auf schnelles Comeback
Salzburg - Österreichs Skistar Hermann Maier hat nach seinem schweren Motorradunfall vor einer Woche die Hoffnung auf eine Olympia-Teilnahme im Februar 2002 in Salt Lake City offenbar noch nicht aufgegeben. Bei einem Besuch an Maiers Krankenbett in der Salzburger Unfallklinik war der Direktor des österreichischen Ski-Verbandes (ÖSV), Hans Pum, überrascht vom Zustand des Doppel-Olympiasiegers: "Er sieht gut aus und ist optimistisch. Die Schwellungen im Gesicht sind bereits abgeklungen."
Erstes Interview am Sonntag
Maier, dem zunächst sogar die Amputation des rechten Beines drohte, denkt bereits intensiv über seine Rückkehr in den Skisport nach. Pum: "Er ist ein Kämpfer, das hat er ja in Nagano schon gezeigt. Ich würde auch Olympia noch nicht ausschließen."
Besonders die starke Anteilnahme der Bevölkerung habe dem "Herminator" nach dem Unfall sehr geholfen,
Genesungswünsche kamen sogar aus den USA. "Alle erkundigen sich nach seinem Zustand. Das ist besonders wichtig, es hat eine enorm positive Wirkung", erklärte Pum.
Bereits am Sonntag will der Superstar sein erstes fünfminütiges Interview im österreichischen Fernsehen geben. Das ließ der Doppel-Olympiasieger auf seiner Homepage verkünden. Voraussetzung dafür ist allerdings der "weitere gesundheitliche Aufwärtstrend", so der ärztliche Leiter der Unfallklinik Salzburg, Alois Karlbauer.
Ärzte empfehlen ein Jahr Pause
Maier, der bei dem Unfall einen offenen Bruch des rechten Unterschenkels erlitt, spricht laut Karlbauer auf die
Physiotherapie sehr gut an. Der Mediziner bekräftigte, dass Maier bei gleichbleibender Tendenz bis zum Wochenende von der Intensiv- auf die Normalstation verlegt werden könne. Auch die Hautverpflanzung sei erfolgreich verlaufen, das wurde beim Wechseln der Verbände festgestellt. Die Gefahr des Nierenversagens sei damit endgültig gebannt.
Während Maier auf eine schnelle Rückkehr in den Ski-Zirkus hofft, dämpfen die Ärzte die Euphorie und empfehlen ihm ein Jahr Pause. Der Grund sind Implantate im Knochen, die frühestens nach zwölf Monaten wieder entfernt werden. Grundsätzlich könne man gegen mit "Vernunft betriebenes, lockeres Skifahren" nichts einwenden, aber bei Maier gehe es um Skifahren anderer Art, das man vom medizinischen Standpunkt aus nicht befürworten könne, erläuterte Karlbauer.