Ski Alpin Sorgenkind Martina Ertl
Maribor - Martina Ertl fehlt derzeit das Selbstvertrauen. Sogar im Team des Deutschen Skiverbandes (DSV) wird die 28-Jährige fünf Wochen vor Beginn der Olympischen Winterspiele ihrem Führungsanspruch nicht mehr gerecht. Hilde Gerg (Lenggries) bestätigte beim Reisenslalom im slowenischen Maribor nach ihren Erfolgen in den Speed-Wettbewerben als 13. auch im Riesenslalom ihre gute Form. Für eine positive Überraschung sorgte zudem Nachwuchshoffnung Maria Riesch (Partenkirchen). Die 17-Jährige sammelte als 20. ihre ersten Weltcup-Punkte im Riesenslalom.
Den Sieg beim traditionellen "Goldfuchs-Rennen" in Maribor sicherte sich Weltmeisterin Sonja Nef. Die Schweizerin lag beim ersten Rennen des Jahres mit 1,53 Sekunden deutlich vor der 18-jährigen Slowenin Tina Maze. Den dritten Platz sicherte sich die Norwegerin Stina Hofgard-Nilsen. Nef bestätigte mit ihrer Leistung eindrucksvoll ihre Spitzenposition im Riesenslalom und baute ihre Führung im Disziplin-Weltcup mit nun 340 Punkten weiter aus.
"Im Kopf stimmt es nicht"
"Schlechter geht es nicht. Im Kopf stimmt es nicht. Wenn die
Sicherheit nicht da ist, muss man sich in Teilstücken nach vorne arbeiten", haderte Martina Ertl mit ihrer Leistung. Die Hoffnung von einer Wende zum
Besseren im neuen Jahr erfüllte sich für die Kombinations-Weltmeisterin nicht. Mit den Plätzen 23, 25, 28 und 31 ist die
frühere Paradedisziplin für die mit neun Weltcup-Siegen
erfolgreichste deutsche Riesenslalom-Läuferin ausgerechnet im
Olympia-Winter zur Problemdisziplin geworden. Nur dank eines
Vorsprungs von 1/100 Sekunden konnte sie sich in Maribor überhaupt für den
zweiten Durchgang qualifizieren.
"Selbstbewusstsein und Lockerheit kann sich Martina nur selber
holen. Wir werden sie nicht an die Wand drücken, sondern ihr Zeit
lassen, damit sie da wieder raus kommt", sagte DSV-Cheftrainer
Wolfgang Maier. Nach ihrer Knieoperation vier Wochen vor Saisonbeginn
konnte sich Martina Ertl offenbar doch nicht sorgenfrei vorbereiten
und mit guten Ergebnissen zum Auftakt das für sie besonders wichtige
Selbstvertrauen holen. Auf den Jahreshöhepunkt in Salt Lake City will
die "Grande Dame" des DSV aber trotz der Krise positiv blicken. "Bei
Olympia kann ich unbeschwert fahren. Mit mir rechnet dort keiner",
sagte Martina Ertl.
Überraschung durch Maria Riesch
Trotz Ertls Formtief war Maier mit den Ergebnissen beim fünften
Riesenslalom der Saison zufrieden. Erstmals qualifizierten sich in
der "Sorgendisziplin" drei Fahrerinnen für den zweiten Durchgang.
Hilde Gerg schaffte als 13. das beste Resultat für den DSV in der
Olympia-Saison. "Mir fehlt noch etwas das Timing. Der Hang kam mir
sehr entgegen. Aber über das Resultat bin ich natürlich sehr
glücklich", so die Slalom-Olympiasiegerin. Maria Riesch freute sich
über ihr bislang bestes Weltcup-Resultat im Riesenslalom. "Das ist
wunderbar. Eigentlich ist es ein normales Rennen, aber das Umfeld ist
doch ganz anders als im Europacup", erklärte die 17-Jährige.