Ski Nordisch Behle will Mühlegg zurück
Heber City - Der Held des Tages war Einzelgänger Mühlegg, der sich nach der Trennung von Carlo Pertini ohne Trainer auf die WM vorbereitet. Der Gesamt-Weltcupgewinner 1999/2000 lief zu seinem ersten Saisonerfolg und gewann 12.000 Schweizer Franken als Siegprämie. "Ich wusste, dass ich in sehr guter Form bin", sagte Mühlegg, der in fünf Wochen seine erste WM-Medaille erkämpfen möchte. "Ich hätte nichts dagegen, wenn wir ihn in unserem Team hätten", gestand Behle. Mühlegg, der im Gesamt-Weltcup mit 312 Punkten hinter Per Elofsson (Schweden/345) auf den zweiten Rang vorrückte, offenbar auch nicht mehr. Bis zum 28. Februar 2002 ist er noch in Spanien unter Vertrag. Danach, meinte er, sei er frei.
Keine Differenzen mehr
Die einstigen Differenzen zwischen den deutschen Langläufern und ihrem Ex-Kollegen Johann Mühlegg waren nach dem gemeinsamen starken Auftritt in der Olympia-Loipe vergessen. Als der vor drei Jahren im Unfrieden nach Spanien geflüchtete Allgäuer Mühlegg nach 30 Kilometern im freien Stil in 1:11:12,7 Stunden als Erster über die Ziellinie skatete, entfuhr es dem deutschen Teamchef Jochen Behle ehrlichen Herzens: "Das war stark, einfach clever. Den Sieg hat er sich verdient, so viel wie er trainiert. Ich freue mich für ihn."
Der wegen der so genannten "Geisteraffäre" vom Deutschen Skiverband (DSV) ausgeschlossene Gewinner freute sich für seine einstigen Teamgefährten: Rene Sommerfeldt (Oberwiesenthal) und
Ron Spanuth (Ruhla) liefen auf die Plätze drei und vier. "Toll, was die Jungen zeigten. Das war Klasse",
anerkannte Mühlegg und meinte: "Ich weiß, in Deutschland ist vieles besser geworden."
"Zwei absolute Granaten"
Zumindest scheint sich die im Vorjahr vorgenommene Umorientierung von häufigen Trainingslagern der Nationalmannschaft zu beinahe ganzjährigem Üben an den heimatlichen Stützpunkten auszuzahlen. Zwei Deutsche unter den ersten vier beim Weltcup gab es jedenfalls noch nie. "Das waren zwei absolute Granaten. Wir sind wie unsere Skispringer", sprudelte es aus Behle nach der gelungenen olympischen Generalprobe heraus. Dass 17 der besten 30 Läufer aus der Weltrangliste auf "der traumhaften Anlage", etwa 70 Kilometer von Salt Lake City entfernt, nicht vertreten waren, schmälere die Leistung des Duos nicht. "Die anderen müssen erst mal schneller sein", entgegnete der sechsmalige Olympia-Teilnehmer.
Das neue System sei der wesentliche Grund des Erfolges, glaubt auch Sommerfeldt (1:22,8 Minuten zurück), der außer Mühlegg nur noch den Österreicher Christian Hoffmann (10,7 Sekunden zurück) vorbeiziehen ließ. "Jetzt trainiert jeder nach einem Plan und nicht wie in der Vergangenheit, dass man bei Lehrgängen sein Programm nach den Vorstellungen des Auswahltrainers abspulte und zu Hause dann wieder den Vorgaben des Heimcoaches folgte", erläuterte Sommerfeldt das Geheimnis.