Ski-Unfall: Cavagnoud weiter in Lebensgefahr - DER SPIEGEL
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Ski-Unfall Cavagnoud weiter in Lebensgefahr

Während es für den deutschen Nachwuchstrainer Markus Anwander nach dem schweren Trainingsunfall inzwischen etwas besser aussieht, muss bei der Super-G-Weltmeisterin Regine Cavagnoud mit dem Schlimmsten gerechnet werden.
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Innsbruck - Cavagnouds Zustand wurde am Dienstagabend von den behandelnden Ärzten der Uni-Klinik Innsbruck als "sehr, sehr kritisch", aber "stabil" beschrieben. Bei der französischen Fahrerin seien "schwere Schäden am Gehirn" festgestellt worden. "Man kann derzeit nicht sagen, ob sie überleben wird", erklärte der Leiter der traumatologischen Intensivstation, Wolfgang Koller.

Cavagnoud war am Montagabend mehr als vier Stunden an Kopf, Brustbein und der Leber operiert worden und liegt wie Anwander auf der Intensivstation in einem künstlichen Koma. Eine weitere notwendige Operation musste verschoben werden.

"Bei ihm haben wir gute Karten"

Etwas Anlass zu Optimismus gibt Anwanders Zustand. "Bei ihm haben wir gute Karten. Das Risiko, dass er verstirbt, wird von Tag zu Tag geringer", sagte Koller. Laut Ärztebulletin würden beim 40-Jährigen, der die Europacup-Teams des Deutschen Skiverbandes (DSV) trainiert, "in Abhängigkeit vom weiteren Verlauf die nächsten Operationen geplant". Anhuber, dessen Zustand stabil ist, hatte sich bei der Kollision mit Cavagnoud einen Schädelbasis- und einen Kieferbruch sowie innere Verletzungen zugezogen.

Der französische Teamarzt Marie Philippe Rousseaux-Blanchi, der Cavagnoud am Dienstag untersucht hatte, konnte hingegen keine guten Nachrichten überbringen. "Ich habe Regine gesehen und muss sagen, dass ich sehr pessimistisch bin."

Trug Cavagnoud einen Helm?

Zu Spekulationen, Cavagnoud habe beim Unfall während eines Trainingslaufs am Pitztaler Gletscher keinen Helm getragen, wollte sich der Mediziner Koller nicht äußern. "Anhand der Verletzungen lässt sich das weder bestätigen noch ausschließen." Der Präsident des französischen Ski-Verbandes, Bernard Chevalier, erklärte jedoch, dass die Vorjahresdritte des Gesamtweltcups einen Helm mit Kinnschutz getragen habe.

Für die ermittelnde Staatsanwaltschaft wäre es nicht unwahrscheinlich, wenn Anwander die Schuld am Unfall tragen würde. "Es ist möglich, dass der deutsche Trainer verantwortlich ist. Er kam in die Piste und war die Ursache für das, was passierte", erklärte Pressesprecher Rudolf Koll. "Da sind unglückliche Umstände zusammengekommen", sagte DSV-Damencheftrainer Wolfgang Maier.

Die Innsbrucker Polizei hatte am Dienstag einen Bericht über den Unfallhergang veröffentlicht. Demnach hatte Cavagnoud von ihren Betreuern Grünes Licht erhalten, obwohl Anwander noch mit der Präparierung der Piste beschäftigt gewesen sei. Die beiden stießen mit den Köpfen zusammen, stürzten rund 100 Meter über den letzten Steilhang ab und blieben bewusstlos liegen. Cavagnoud musste sogar nach einem Herzstillstand von ihrem Trainer wiederbelebt werden.