Skispringen: Deutsche Springer fliegen hinterher - DER SPIEGEL
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Skispringen Deutsche Springer fliegen hinterher

Obwohl sich alle fünf angetretenen Springer aus Deutschland für den WM-Endkampf an der Großschanze qualifizieren konnten, ist ein Leistungsabfall gegenüber den anderen Nationen derzeit nicht zu übersehen. Besonders Martin Schmitt bleibt das Sorgenkind von Bundestrainer Reinhard Heß.
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Val di Fiemme - Deutschlands Medaillenhoffnung Sven Hannawald ist bei der Qualifikation für das WM-Springen auf der Großschanze deutlich unter den Erwartungen geblieben. Hannawald flog mit 119,5 Meter lediglich auf den 21. Rang. Tagesbester auf der Anlage in Predazzo war der Japaner Noriaki Kasai mit 138,7 Punkten für 131,5 Meter. Auch Martin Schmitt, das derzeitige Sorgenkind der deutschen Mannschaft, wusste nicht zu überzeugen. Mit 116 Metern qualifizierte sich der Titelverteidiger dennoch für den Endkampf.

"Das haut mich nicht aus der Bahn"


"Irgendwie laufen die Sprünge noch nicht richtig, aber das haut mich nicht aus der Bahn", sagte Hannawald. Erneut hatte der Weltcup-Spitzenreiter im Flutlicht Probleme beim Absprung. Dennoch will sich Hannawald von den Erkenntnissen am Freitagabend nicht irritieren lassen. "Morgen denke ich nicht an Medaillen, sondern einfach nur an meine Technik", so Hannawald. Auch der Bundestrainer wollte nicht zu sehr grübeln. "Sicherlich hätte ich mir ein besseres Ergebnis gewünscht, aber ich lasse mir noch keine Falten einreden. Das war heute nicht das Leistungsvermögen von Sven", sagte Heß.

Bester unter den im Nationenvergleich derzeit zurückgefallenen Deutschen war somit Michael Uhrmann (Rastbüchl) als 13. mit 121 Metern. Georg Späth (Oberstdorf/120/17.) und Christof Duffner (118/19.) qualifizierten sich ebenfalls für die WM-Entscheidung. Die vier besten deutschen Springer am Samstag werden beim Teamspringen am Sonntag auf Goldjagd gehen. "Ob wir alle Probleme bewältigt haben, glaube nicht einmal ich. Wir zählen sicher nicht zu den Favoriten", stapelte Heß vorsichtshalber tief.

Zerknirschter Martin Schmitt


Besonders Martin Schmitt bereitet dem Coach Sorgen. "Die Sprünge laufen nicht so, wie ich mir das vorstelle. Ich fühle mich nicht 100-prozentig wohl dabei. Es dauert zu lange, bis ich Kontakt zum Ski habe", musste auch Schmitt, 2001 in Lahti noch Doppel-Weltmeister, zerknirscht zugeben.

Für das Springen auf der Großschanze (Sa., 18 Uhr) muss Hannawald neben Kasai besonders den in der Qualifikation zweitplatzierten Matti Hautamäki fürchten. Der Finne war schon im Training mit 130 Metern acht Meter weiter als Hannawald geflogen. "Ich habe eine starke finnische Mannschaft gesehen. Die Kompaktheit hat mich überrascht", räumte auch Heß ein.

Die für den Mannschaftswettbewerb favorisierten Österreicher sorgten am Freitagabend zudem mit riesengroßen Handschuhen und neuen Sprunganzügen zum wiederholten Male in dieser Saison für Aufregung in der Szene. Bundestrainer Reinhard Heß ist dennoch optimistisch: "Sven greift nach einer Medaille. Aber alle müssen sich extrem steigern." 2001 hatte Deutschlands Skispringer beide WM-Titel von der Großschanze gewonnen.