Skispringen: Deutsche Springer spüren Aufwind - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Skispringen Deutsche Springer spüren Aufwind

Nach dem enttäuschenden Mannschaftsspringen haben sich die deutschen Skispringer bei der WM in Val di Fiemme auf der Normalschanze in aufsteigender Form präsentiert. Für das Finale konnten sich alle vier angetretenen DSV-Athleten qualifizieren.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Val di Fiemme - Mit einem 99,5-Meter-Sprung hat sich Sven Hannawald bei der Nordischen Ski-WM in den Medaillenkampf zurück gemeldet. Der Weltcup-Führende stand in der Qualifikation zum Wettbewerb von der Normalschanze in Predazzo trotz kurz zuvor verkürztem Anlauf den sechstbesten Versuch. Großschanzen-Weltmeister und Titelverteidiger Adam Malysz (Polen) überragte mit 105 Metern.

In Michael Uhrmann (97,5 Meter), Georg Späth (99,5) und Christof Duffner (96) schafften auch die drei anderen von Bundestrainer Reinhard Heß nominierten Athleten souverän den Sprung unter die weltbesten 50, die für die letzte WM-Konkurrenz (Freitag, 18 Uhr) zugelassen sind. Der nicht berücksichtigte viermalige Weltmeister Martin Schmitt fehlte unter den Zuschauern.

Kleinere Schanze bevorzugt


"Mit der Platzierung kann ich leben. Es waren nicht die granatenstarken Sprünge, mit denen ich die Welt einreißen kann. Aber ich kann damit trotzdem in die Nähe des Siegerpodests kommen. Die kleine Schanze liegt mir vom Profil einfach mehr", sagte Sven Hannawald anschließend. Auch im Training hatte der Weltcup-Spitzenreiter auf der kleineren der beiden WM-Schanzen einen starken Eindruck hinterlassen.

Bereits in Salt Lake City 2002 kam Hannawald als amtierender Skiflug-Weltmeister ausgerechnet auf der kleinen Schanze besser zurecht und gewann Olympia-Silber. In Val di Fiemme stehen bislang ein siebter Platz auf der Großschanze und Rang vier im Teamspringen als enttäuschende Ergebnisse für den als Top-Favorit angereisten Schwarzwälder zu Buche. Den deutschen Skispringern droht die erste WM ohne Medaille seit zehn Jahren.

Lockere Stimmung


Doch auch die anderen DSV-Springer haben die Enttäuschung aus dem Mannschaftswettbewerb inzwischen gut weggesteckt. "Unter die ersten Zehn will ich am Freitag schon kommen. Ich fühle mich gut und springe hier immer besser", verbreitet beispielsweise Georg Späth Optimismus. Auch Christof Duffner, der bereits 1991 an gleicher Stelle um WM-Lorbeeren sprang, zeigte sich zuversichtlich: "Ich steigere mich von Sprung zu Sprung. Für mich ist es eine Genugtuung, dass ich doch noch einen WM-Einsatz erhalten habe." Michael Uhrmann sagte: "Wir haben die bisherigen Misserfolge weggesteckt, die Stimmung im Team ist locker und wir wollen uns revanchieren."