Skispringen: Doppelsieg von "Schmittchen" und "Hanni" - DER SPIEGEL
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Skispringen Doppelsieg von "Schmittchen" und "Hanni"

Auch wenn die Skiadler infolge der Terminhatz derzeit "platt" sind, rafften sich die deutschen Springer am Wochenende zu einer grandiosen Leistung auf. Beim Weltcupspringen im schweizerischen Engelberg war Martin Schmitt einmal mehr der überragende Athlet. Auch Sven Hannawald mobilisierte noch einmal alle Kräfte.
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Engelberg - Martin Schmitt hat zur Schanzen-Dominanz zurückgefunden. In eindrucksvoll überlegener Manier revanchierte sich der Doppel-Weltmeister vom SC Furtwangen am Wochenende beim Weltcup-Skispringen in Engelberg für die Niederlage bei der Vierschanzentournee. Schmitt feierte im 12. und 13. Wettbewerb dieses Winters seine Saisonsiege Nummer fünf und sechs und baute damit vor der zwölftägigen Weltcup-Pause seine Führung in der Gesamtwertung auf 1024 Punkte vor dem Österreicher Andreas Widhölzl (835) aus.

Mit seinem 16. Weltcup-Sieg schraubte Schmitt sein Preisgeld in diesem Winter bereits über eine halbe Million Mark und revanchierte sich an Widhölzl und Janne Ahonen, die beim "Grand Slam" vor ihm platziert waren: Der Tourneesieger aus Österreich, der grippekrank an den Start gegangen war und am Sonntag auf die Qualifikation verzichtete, war mit seinen Kräften am Ende und konnte als Dritter am Samstag und Fünfter am Sonntag das Duell nicht offen halten. "Die Tournee hatte ich abgehakt, dem verpassten Sieg trauerte ich nicht nach. Und hier lief es wieder ganz prima", stellte Schmitt locker fest.

Einen Tag nach Schmitts Erfolg (258,1/127 + 125 m) vor Ahonen (244,0/125,5 + 119,5) und Widhölzl (243,0/124,5 + 120,5) feierten die deutschen Adler auf der Großen Titlis-Schanze am Sonntag, wie vor knapp einem Jahr bei der WM in Bischofshofen, sogar einen Doppelsieg durch Schmitt und Sven Hannawald (Hinterzarten). Dritter wurde Ahonen (222,2). "Das war heute schon ein kleiner Traum, der in Erfüllung gegangen ist. Daran habe ich schon gar nicht mehr geglaubt, wo die Jungs doch so platt waren. Aber offenbar hat das Kästchen Bier, das wir am Samstag abend geleert haben, noch einmal Flügel verliehen", sagte Bundestrainer Reinhard Heß überglücklich.

Schmitt sprang mit 122 und 124 Meter in beiden Durchgängen die Bestweiten und siegte mit 247,3 Punkten vor Hannawald (227,1), der auf 117 und 120 Meter kam. "Wir hatten einen netten Abend und auch etwas getrunken. Die Stimmung übertrug sich wohl positiv auf die Leistung", berichtete Schmitt, der wie gewohnt zu den schnellsten Anfahrern gehörte. Der Stress mache ihm weniger zu schaffen. "Im ersten Sprung hatte ich auch Glück, dass ich exakt die Kante getroffen habe. Im zweiten Durchgang habe ich in der ersten Flugphase etwas gezittert, da ich leichte Probleme mit dem Ski spürte", erklärte Schmitt, dass er auch schwierige Situationen in der Luft im Stil des Könners meistern kann.

Auch Hannawald war überglücklich. "Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen, dass der Knoten geplatzt ist, denn ich hänge eigentlich auf dem letzten Tropfen herum. Jetzt bin ich froh, wenn heute abend die Bus-Türe zugeht und wir mal etwas Pause machen können", sagte Hannawald, der sich in der Zentralschweiz endgültig an der Weltspitze zurückmeldete. Schmitt war für seinen Zimmerkollegen aber (noch) eine Nummer zu groß. "Momentan ist Martin nicht zu schlagen. Aber ich werde vielleicht etwas Kraft zusetzen, dann könnte es klappen", erklärte Hannawald, der am Samstag 13. geworden war. Dennoch war das Zimmer 35 im Hotel Catarina der Hort der Überflieger von Engelberg.

Die Deutschen kamen mit den schwierigen Bedingungen und der nassen Anlaufspur auf der altmodischen Titlis-Schanze am besten zurecht. Während viele andere Springer gnadenlos abstürzten, erreichte das DSV-Team sein bestes Saisonergebnis. Gerd Siegmund (Oberhof), am Samstag Zwölfter, schuf als Achter die besten Voraussetzungen für den Verbleib im A-Kader. Michael Uhrmann (Rastbüchl) landete nach Platz zehn am Samstag im zweiten Springen auf dem 15. Rang. Alexander Herr (Schonach-Rohrhardsberg), am Samstag nicht fürs Finale qualifiziert, machte als 14. auf sich aufmerksam. Klubkollege Hansjörg Jäkle (21. und 22.) war zweimal im Finale vertreten, Frank Löffler (Oberstdorf) wurde am Sonntag 21.

Nur Christof Duffner (Schönwald) ist von der Rolle: Nach Platz 30 am Samstag schied er am Sonntag aus. Heß machte dem "Trauerspiel um Duffy" ein Ende und nahm ihn für Japan aus dem Weltcup; für Duffner wird Ronny Hornschuh (Zella-Mehlis) ins Team kommen.