Skispringen: Schmitt im Sinkflug - DER SPIEGEL
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Skispringen Schmitt im Sinkflug

Skispringer Martin Schmitt erlebte am Sonntag im japanischen Sapporo ein sportliches Debakel. Den Wettbewerb gewann der Pole Adam Malysz.
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Sapporo - Als Martin Schmitt am Sonntag beim seinem ersten Versuch nach indiskutablen 72 Metern auf dem Schanzenhügel in Sapporo landete, war der deutsche "Überflieger" böse abgestürzt. Natürlich verpasste Schmitt mit dieser Leistung nicht nur den Finaldurchgang der besten 30 Springer, sondern fand sich drei Wochen vor Beginn der Weltmeisterschaften in Lahti (Finnland) auf dem 50. und letzten Platz der Konkurrenz wieder.

Vorne weg flog am Sonntag wie schon am Tag zuvor Adam Malysz. Mit Sätzen auf 132,5 und 136 Meter (Gesamtpunktzahl 283,8 Punkte) gewann der polnische Sieger der Vierschanzentournee vor dem Finnen Risto Jussilainen (278,4) und dem immer stärker werdenden Russen Dimitri Wassiliew (262,8). Mit dem Doppelsieg von Sapporo und der beieindruckenden Bilanz, sieben der letzten acht Springen für sich entschieden zu haben, baute Malysz seine Führung im Weltcup aus. Nach 13 von 21 Wettbewerben beträgt sein Vorsprung auf den Zweitplatzierten Martin Schmitt stolze 139 Punkte.

"Da kann man auch nicht mehr böse sein"

Der Deutsche Schanzenheros präsentierte sich ratlos. "Ich weiß auch nicht, woran es lag, absichtlich habe ich es jedenfalls nicht gemacht", kommentierte der zweimalige Weltcupsieger seinen verpatzten Sprung und flüchtete sich in Galgenhumor: "Der war so kurz, da kann man auch nicht mehr böse sein." Seitenwind hatte technische Problemen im Flugverhalten und mit dem rechten Ski verursacht, doch den weicheren und zwei Zentimeter längeren Ski wollte Schmitt als Erklärung nicht gelten lassen. "Der Ski ist nicht viel weicher als vorher, daran liegt es nicht, denke ich."

Als bester Springer des Deutschen Ski-Verbandes wurde Sven Hannawald (Hinterzarten) am Sonntag nach Rang elf am Vortag Zwölfter. "Vielleicht soll es noch nicht sein, ich hoffe, dass bald wieder bessere Zeiten kommen", sagte der amtierende Skiflug-Weltmeister.

Weltcup-Skspringen in Sapporo, Sonntag

1. Adam Malysz (Polen) 283,8 Punkte (132,5 + 136 m); 2. RistoJussilainen (Finnland) 278,4 (132 + 133,5); 3. Dimitri Wassiliew (Russland) 262,8 (131 + 127,5); 4. Jani Soininen (Finnland) 244,4 (124 + 127); 5. Noriaki Kasai (Japan) 244,4 (125,5 + 120); 6. Robert Mateja (Polen) 243,3 (125 + 121); 7. Martin Höllwarth (Österreich) 242,1 (122 + 122,5); 8. Hideharu Miyahira (Japan) 238,8 (117 +126,5); 9. Jussi Hautamäki (Finnland) 238,1 (126,5 + 118); 10. Stefan Horngacher (Österreich) 222,3 (116 + 120); ... 12. Sven Hannawald (Hinterzarten) 222,0 (116 + 119); 26. Roland Audenrieth (Partenkirchen) 171,1 (109,5 + 100); 28. Christof Duffner (Schönwald) 167,3 (110,5 + 98); 29. Frank Löffler (Oberstdorf) 157,7 (111 + 93) - nicht für den Finaldurchgang der besten 30 qualifiziert: 35. Alexander Herr (Schonach-Rohrhardsberg) 87,8 (106); 43. Michael Uhrmann (Rastbüchl) 68,7 (96,5); 50. Martin Schmitt (Furtwangen) 13,6 (72).

Weltcup-Gesamtstand nach 13 von 21 Wettbewerben:

1. Adam Malysz (Polen) 871 Punkte; 2. Martin Schmit (Furtwangen) 732; 3. Janne Ahonen (Finnland) 646; 4. Noriaki Kasai (Japan) 517; 5. Risto Jussilainen (Finnland) 448; 6. Sven Hannawald (Hinterzarten) 400; 7. Matti Hautamäki (Finnland) 372; 8. Wolfgang Loitzl (Österreich) 380; 9. Andreas Widhölzl (Österreich) 333; 10. Dimitri Wassiliew (Russland) 298; ... 22. Michael Uhrmann (Rastbüchl) 134; 25. Frank Löffler (Oberstdorf) 119; 33. Alexander Herr (Schonach-Rohrhardsberg) 67; 41. Christof Duffner (Schönwald) 47; 46. Roland Audenrieth (Partenkirchen) 29; 47. Hansjörg Jäkle (Schonach-Rohrhardsberg) 26; 64. Frank Reichel (Oberwiesenthal) 8; 66. Georg Späth (Oberstdorf) 4