Skispringen Uhrmann auf Platz drei
Kuopio - Der 22-Jährige Uhrmann (Rastbüchl) lag mit einem Sprung von 116,0 Metern (107,3 Punkte) vor Weltcupsieger Schmitt (Furtwangen), der mit einem Satz von 113,5 Metern Fünfter wurde. Auf Grund immer schlechter werdender Bedingungen und zunehmenden Regens wurde die Konkurrenz im Finaldurchgang nach sieben Springern von der Jury abgebrochen, so dass nur der erste Sprung in die Wertung kam. Es siegte der finnische Lokalmatador Matti Hautamaeki (111,1 Punkte) vor dem Japaner Noriaki Kasai (110,6). Hautamaeki übernahm damit von Schmitt das Gelbe Trikot des Weltcup-Gesamtführenden.
Frank Löffler (Oberstdorf) belegte Platz 13, Roland Audenrieth (Partenkirchen) sammelte als 29. ebenfalls noch Weltcup-Punkte. Skiflug-Weltmeister Sven Hannawald (Hinterzarten) musste seinen Sprung vorzeitig abbrechen und landete mit 89 Metern nur auf Rang 43. Bundestrainer Reinhard Heß kritisierte die Jury-Entscheidung, Hannawald trotz einer im Regen immer stumpfer werdenden Spur und zunehmenden Windes springen zu lassen. "Das, was sie mit Sven gemacht haben, das war schlecht, der hatte ja keine Chance", ärgerte sich Heß, der "Hanni" mit einem Glas Sekt am Abend wieder aufbauen wollte.
Zudem zeigte sich der Thüringer erstaunt über die schnelle Abbruch-Entscheidung. "Verwunderlich ist der schnelle Abbruch schon." Lobende Worte fand Heß für Uhrmann ("Er braucht Erfolgserlebnisse, um den Anschluss zu schaffen"), Kritik übte er an den abgestürzten "Schwarzwald-Adlern" Hans-Jörg Jäkle (Rohrhardsberg) als 37. und Christof Duffner (Schönwald) als 42. "Ich war etwas enttäuscht, habe den Kampf vermisst", so Heß.
Das Einzelspringen in Kuopio war am Samstagvormittag kurzfristig ins Programm genommen worden, da die Wetterprognosen für das am Sonntag (14.00 Uhr) geplante Einzel-Springen ungünstig sind. Die für Samstag ursprünglich vorgesehene Team-Konkurrenz wurde gestrichen.
Unterdessen wirbeln warme Winde von den Kanaren den Weltcup-Kalender vollends durcheinander. Nachdem am Freitag bereits das österreichische Ramsau das für den 8. Dezember geplante Weltcup-Springen zurückgeben musste, stehen nun auch die beiden für den 9. und 10. Dezember vorgesehen Konkurrenzen im tschechischen Reichenberg vor der Absage. Eine endgültige Entscheidung soll am Sonntag fallen. So werden aller Voraussicht nach am kommenden Wochenende gar keine Weltcup-Springen stattfinden. "Als Veranstaltungsort bietet sich nichts an", sagte der Sprungdirektor des Internationalen Ski-Verbandes (FIS), Walter Hofer.
Die deutschen Skispringer werden die nächsten Tage nutzen, um auf derzeit rarem Schnee weitere Sprünge zu absolvieren. "Wir werden keine Pause machen, sondern in Finnland bleiben. Wir haben Großschanzen-Training noch nötig", betonte Bundestrainer Heß.