Spanien - Australien 1-1 Hewitt und Ferrero punkteten
Barcelona - Juan Carlos Ferrero lässt Spanien im Daviscup-Finale weiter vom ersten Triumph träumen. Der 20-Jährige gewann vor 16.000 fanatischen Zuschauern im ausverkauften "Palau St. Jordi" in Barcelona das zweite Einzel gegen den sieben Jahre älteren Routinier Patrick Rafter, der beim Stand von 6:7 (4:7), 7:6 (7:2), 6:2, 3:1 für den Spanier wegen einer Oberschenkelzerrung aufgeben musste. Ferrero glich damit für die Gastgeber zum 1:1 aus.
Im Auftaktsspiel hatte Lleyton Hewitt gegen Albert Costa in einem mehr als vierstündigen Krimi durch ein 3:6, 6:1, 2:6, 6:4, 6:4 für die 1:0-Führung des Titelverteidigers gesorgt.
Juan Carlos Ferrero bewies im Match gegen Rafter Nervenstärke. In dem von langen Ballwechseln geprägten Spiel entschied Patrick Rafter im ersten Satz den Tiebreak trotz eines 0:4-Rückstandes noch für sich, doch im Verlauf der Partie kam der zunächst extrem nervöse Spanier besser ins Spiel. Von den frenetischen Fans angefeuert, fand der 20 Jahre alte spanische Hoffnungsträger zu seiner guten Form und gewann den Tiebreak des zweiten Satzes.
Im dritten Durchgang führte Ferrero bereits 5:2, als den rund 3000 australischen Fans der Atem stockte. Rafter griff sich nach einem Fehltritt an den rechten Oberschenkel und musste vom Masseur auf dem Platz behandelt werden. Der zweimalige US-Open-Champion konnte zwar zunächst weiterspielen, war aber sichtlich gehandicapt, ehe er im vierten Satz aufgab.
Zuvor hatte Lleyton Hewitt im katalanischen Hexenkessel kühlen Kopf bewahrt und die Australier in Führung gebracht. Der 19-Jährige drehte im Auftaktspiel gegen Albert Costa eine 1:2-Satzführung noch um und meinte: "Das ist das schönste und beste Gefühl meiner Karriere. Als Kind habe ich nicht von Wimbledon oder den Australien Open, sondern vom Daviscup-Sieg geträumt", meinte Hewitt, der seit Wochen von Atembeschwerden geplagt wird.
Im Doppel am Samstag (ab 16.00 Uhr) geht es damit schon um mehr als die Vorentscheidung, denn in den vergangenen 22 Jahren gewann jeweils das Team mit dem siegreichen Duo auch das Finale. Alex Corretja und Juan Balcells treten dabei gegen Mark Woodforde und Sandon Stolle an.