Spanien-Rundfahrt Ullrich verteidigt seinen Platz
Port Aventura - Einen Tag vor dem wichtigen Zeitfahren gehörte die achte Etappe der 55. Spanien-Rundfahrt am Samstag noch einmal den Sprintern. Auf dem Tagesabschnitt von Vinaros in den Freizeitpark Port Aventura siegte nach 168,5 km der Italiener Alessandro Petacchi. Der Telekom-Sprinter Giovanni Lombardi aus Italien wartet weiter auf seinen ersten Sieg. Ihm blieb wieder nur Rang drei. Sechs Ausreißer wurden erst kurz vor dem Ziel gestellt.
An der Spitze der Gesamtwertung änderte sich nichts: Der Schweizer Alex Zülle führt weiter mit 1:13 Minuten vor dem viertplatzierten Jan Ullrich, der in Spanien immer besser auf Touren kommt. Beide hielten sich im gefährlichen Schlusssprint zurück, zumal es kurz vor dem Ziel im Hauptfeld wieder einen Sturz, dem beide Favoriten entgingen, gegeben hatte.
Der neunten Etappe am Sonntag, ein Einzelzeitfahren in Tarragona bei Barcelona über 37,8 km, kommt vorentscheidende Bedeutung zu. "Die Strecke liegt sowohl Jan als auch Zülle. Wenn einer von beiden gewinnt, ist das sicher eine Art Vorentscheidung für die gesamte Vuelta zu Gunsten des Siegers vom Sonntag", sagte Telekom-Teamchef Rudy Pevenage.
Wenn Ullrich, der sich in den letzten Tagen vom sechsten auf den vierten Rang vorgearbeitet hat, gewinnt oder sogar die Führung in der Gesamtwertung übernimmt, könnte der Vorjahressieger auf den Pyrenäen-Etappen in der kommenden Woche den Gesamtsieg klar machen.
Auch am Samstag war die Strecke der Vuelta ein sehr gefährliches Plaster. Vor dem Sturz am Schluss war der Spanier Unai Etxebarria schwer gestürzt und musste ins Krankenhaus gebracht werden. Der am Vortag zu Fall gekommene Franzose Bruno Thibout laut "El Pais" einen Schädelbruch und einen Gedächtnisverlust erlitten. Er schwebe aber nicht in Lebensgefahr. Thibout wurde am vergangenen Freitag von einem Begleitfahrzeug angefahren.
Weltmeister Oscar Freire (Spanien), zweifacher Etappengewinner, stieg auf der achten Etappe aus. Das gleiche Schicksal ereilte den Bergspezialisten Jose Maria Jimenez, einen Team-Kollegen von Zülle. Der Spanier, der vor zwei Jahren bei der Vuelta vier Bergetappen gewann und danach eigentlich nie mehr die geweckten Erwartungen erfüllte, war nach einem Motorradunfall zehn Tage vor dem Start angeschlagen in die diesjährige Spanien-Rundfahrt gegangen.
An seine Stelle als Publikumsliebling war am vergangenen Mittwoch sein Namensvetter Eladio Jimenez getreten, der seinen ersten Profisieg gefeiert hatte.
Am Morgen vor dem Start mussten sich Mitglieder von fünf Teams - Telekom war nicht dabei - einer Blut-Kontrolle unterziehen. Kein Befund wies Auffälligkeiten auf, alle kontrollierten Fahrer konnten starten.