Spanien-Rundfahrt Zabel darf endlich jubeln
Caceres - "Endlich lief es bei uns heute mal wie am Schnürchen", sagte Zabel nach seinem Sieg auf der vierten Vuelta-Ertappe in Caceres. Für den 36-Jährigen vom Team Milram war es nach einem mickrigen Erfolg bei der Bayern-Rundfahrt im Mai erst der zweite Triumph in dieser Saison. Zweiter auf dem 135 Kilometer langen Abschnitt wurde der Norweger Thor Hushovd, der das Gelbe Trikot des Spitzenreiters im Gesamtklassement verteidigte. Er führt jetzt mit sieben Sekunden vor Zabel. Für den Deutschen war es der insgesamt sechste Vuelta-Etappenerfolg seiner Laufbahn.
Morgen steht die erste Bergetappe auf dem Programm, nach der die Gesamtwertung wohl deutlich durcheinander geraten wird. Dann werden sich die Topfavoriten auf den Gesamtsieg, Alejandro Valverde, Carlos Sastre (beide Spanien) und Vorjahressieger Denis Mentschow (Russland), nicht mehr zurückhalten können.
Mann des Tages schien lange Zeit Raul Garcia de Mateo zu werden. Nachdem der Spanier bereits zwei Kilometer nach dem Start ausgerissen war, wurde seine Flucht erst neun Kilometer vor dem Ziel beendet.
Vorbei ist eine Rundfahrt für Andreas Klöden. Der Noch-Profi vom T-Mobile-Team stieg auf der ersten Etappe der Tour of Britain wegen einer leichten Erkältung aus. Der Gesamtdritte der Tour de France hatte erst jüngst seinen Wechsel zum spanischen Rennstall Astana bekannt gegeben. Die erste Etappe über 162 Kilometer von Glasgow nach Castle Douglas gewann der Däne Martin Pedersen vom Team CSC.
Pedersens ehemaliger Teamkollege Ivan Basso hat unterdessen vor dem Disziplinar-Ausschuss des Italienischen Olympischen Komitees Coni eine Verwicklung in den Dopingskandal um den spanischen Arzt Eufemiano Fuentes abgestritten. "Es ist klar, dass ich niemals etwas mit Doping zu tun hatte", sagte der 28-jährige Italiener und Gewinner des diesjährigen Giro d'Italia, dem genau wie Jan Ullrich der Start zur diesjährigen Tour de France am 1. Juli verwehrt worden war. Beide stehen im Verdacht, von Fuentes Dopingmittel erhalten zu haben. CSC hatte Basso unmittelbar nach Bekanntwerden der Vorwürfe suspendiert.
Der Profi kündigte heute jedoch seine baldige Rückkehr in den Rennbetrieb an und sein Anwalt Massimo Martinelli zeigte sich mit der ersten Befragung "sehr zufrieden". Die spanischen Behörden erklärten ihrerseits, dass demnächst neue Beweise über die involvierten Fahrer publik würden, wie der Weltverband UCI auf seiner Homepage berichtete. "Die spanische Regierung informierte die UCI, dass weitere Informationen im Zusammenhang mit der Operation 'Puerto' übergeben werden", hieß es. Operation "Puerto" (spanisch: Bergpass) nannte die spanische Guardia Civil ihre konzertierte Aktion gegen Fuentes und weitere mutmaßliche Beteiligte des Dopingnetzwerkes.
goe/sid/dpa