Spanische Dopingaffäre: Deutsche Teams kündigen Klage an - DER SPIEGEL
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Spanische Dopingaffäre Deutsche Teams kündigen Klage an

T-Mobile und Gerolsteiner erhöhen den Druck auf die Ermittlungsbehörden in Spanien: Die deutschen Radrennställe fordern Zivilklagen gegen sämtliche Fahrer, die in die Dopingaffäre um den Arzt Fuentes verstrickt sind. Unterdessen feiert das T-Mobile-Team weiter sportliche Erfolge.
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Hamburg - Bob Stapleton, Teammanager von T-Mobile, sagte in der Mittwochsausgabe der "Süddeutschen Zeitung", die Veranstaltergesellschaft der Tour de France, A.S.O, müsse in Frankreich gegen jeden der in Spanien verdächtigten Fahrer Klagen wegen Betrugsverdachts einreichen. "Die Tour ist in Frankreich eine nationale Institution, deren Ansehen und Wirtschaftlichkeit durch das ungelöste Problem gefährdet sind", sagte der Amerikaner. "Die A.S.O. könnte die Puerto-Affäre mit zivilrechtlichen Schritten lösen, denn auf diesem Weg käme man bei allen Profis zum DNS-Abgleich."

Stapleton sieht als Vorbild das Vorgehen der Bielefelder Rechtsprofessorin Britta Bannenberg, deren Betrugsanzeige bei der Staatsanwaltschaft Bonn gegen Jan Ullrich den positiven DNS-Abgleich des Rostockers mit den in Spanien sichergestellten Blutbeuteln erbrachte. Nach neuesten Erkenntnissen der spanischen Polizei werden inzwischen weitere 49 Profis und damit insgesamt 107 Fahrer verdächtigt, Kunden des Dopingarztes Eufemiano Fuentes gewesen zu sein.

Gerolsteiner-Manager Hans-Michael Holczer befürwortete Stapletons Initiative und nannte als "weitere Option" Einzelklagen der Teamorganisation IPCT gegen jeden der Fahrer, "denn ein DNS-Abgleich kann eben nur nach staatlicher Anordnung erfolgen". Die IPCT sei "eine wirtschaftliche Vereinigung, deren Mitglieder auch Profit machen wollen", sagte Holczer, und die ungelöste Dopingaffäre füge den Eignern "wirtschaftlichen Schaden zu - also müssen wir gegen sie klagen, um über den DNS- Abgleich Aufklärung zu erhalten."

Stapleton ergänzte: "Solche Untersuchungen könnten in jedem Land mit Klagen eingeleitet werden. Wir brauchen Klarheit über jeden spanischen Blutbeutel." Die Vorschläge der deutschen Teams sollen bereits auf dem Treffen der IPCT mit der Welt-Anti-Doping-Agentur Wada, der A.S.O. und dem Weltverband UCI am kommenden Freitag in Madrid diskutiert werden.

Sinkewitz siegt bei "Rund um den Henninger Turm"

Der Radsport produziert aber auch sportliche Nachrichten: Heute gewann Lokalmatador Patrik Sinkewitz die 46. Auflage des deutschen Radklassikers "Rund um den Henninger Turm" in Frankfurt am Main. Der 26-Jährige vom Team T-Mobile siegte auf der 192,7 Kilometer langen Strecke durch den Taunus und verwies den Norweger Kurt-Asle Arvesen (CSC) und den Italiener Dario Cataldo (Team Liquigas) auf die weiteren Plätze. Sinkewitz errang damit den insgesamt neunten deutschen Sieg am Henninger Turm.

Rekordsieger Erik Zabel vom Team Milram verpasste nach den Erfolgen von 1999, 2002 und 2005 seinen vierten Triumph am Henninger Turm. Der italienische Titelverteidiger Stefano Garzelli (Team Liquigas) war nicht am Start. Auf die von rund einer Million Zuschauer gesäumten Strecke waren am Tag der Arbeit 183 Profis aus 24 Teams gegangen.

fpf/sid/dpa

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