SPD und Union verhandeln über Anti-Doping-Gesetz - DER SPIEGEL
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Anti-Doping-Gesetz "Es ist nicht ganz so einfach"

Bei den Koalitionsverhandlungen zum Thema Anti-Doping-Gesetz sind laut SPD Fortschritte erzielt worden. Die bisherige Vorsitzende des Sportausschusses, Dagmar Freitag, spricht sogar von einem "Meilenstein". Dagegen warnt die Union vor zu großen Hoffnungen.
Verhandlungsführer Friedrich, Freitag: Meilenstein oder Absichtserklärung?
Verhandlungsführer Friedrich, Freitag: Meilenstein oder Absichtserklärung?

Verhandlungsführer Friedrich, Freitag: Meilenstein oder Absichtserklärung?

Foto: Rainer Jensen/ dpa
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Hamburg - Ein zukünftiges Anti-Doping-Gesetz in Deutschland nimmt nur langsam Formen an. Dagmar Freitag, die bisherige Vorsitzende des Sportausschusses im Bundestag, sah nach einer Verhandlung der möglichen Koalitionäre CDU und SPD zum Thema allerdings Fortschritte. Ihr Parteikollege Martin Gerster sprach sogar schon von einem kommenden "Gesetz gegen Doping und Spielmanipulation".

"Zum ersten Mal war auch die Union bereit, über die uneingeschränkte Besitzstrafbarkeit von Dopingmitteln überhaupt zu verhandeln - das ist ein Meilenstein", sagte die SPD-Politikerin am Freitag. Das bedeutet, dass auch geringste Mengen von Dopingmitteln bereits strafrechtliche Ermittlungen auslösen und zu Verurteilungen führen können.

Auf jeden Fall steht fest: Union und SPD wollen den Kampf gegen Doping verstärken. "Wir wollen, dass der Besitz von Dopingmitteln konsequent unter Strafe gestellt wird", sagte Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann, der Verhandlungsführer der SPD.

Auch der Unions-Verhandlungsführer, der amtierende Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU), sprach sich dafür aus, den Sport vor Manipulation durch Doping zu schützen. Er mahnte jedoch, das sei "nicht ganz so einfach". Zunächst müssten eine Reihe von formalen und rechtlichen Fragen geklärt werden. Der CDU-Sportpolitiker Reinhard Grindel warnte gleichzeitig vor zu hohen Erwartungen. SPD und Union hätten sich lediglich auf "Absichtserklärungen" verständigt, konkret sei noch gar nichts vereinbart worden.

"Auch wir treten für weitergehende gesetzliche und untergesetzliche Verbesserungen ein", betonte der Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB), Michael Vesper. Er äußerte aber auch Bedenken: "Wir halten allerdings eine uneingeschränkte Besitzstrafbarkeit von Dopingmitteln für kontraproduktiv, weil sie faktisch die schnellere und härtere Sportgerichtsbarkeit aushebeln könnte. Dies wollen auch die Koalitionäre nicht, wie aus dem Beschlusstext hervorgeht."

aha/dpa