Spiel 3 Mets entzaubern "El Duque"
New York - Die in der Geschichte des Major League Baseball einzigartige Erfolgsstory des kubanischen Herzogs ist zu Ende. Bis zum Dienstagabend hatten die New York Yankees kein einziges Play-off-Spiel verloren, wenn Orlando Hernandez, Spitzname "El Duque", als Startwerfer antrat. Doch in der dritten Partie des diesjährigen Finalderbys gegen die Mets fand der 31-jährige Ausnahme-Pitcher seinen Meister. Die "Metties" siegten mit 4:2 Runs und verkürzten die Serie auf 1:2.
"Wir haben immer nur gehört, dass Hernandez noch nie in einem Post-Season-Game verloren hat und unbesiegbar sei", sagte Benny Agbayani, Leftfielder der Mets, nach dem Spiel. "Jeder Lauf hat aber mal ein Ende." Und Agbayani hatte maßgeblichen Anteil daran. Der gebürtige Hawaiianer leitete mit seinem Hit im achten Inning, der Teamkollege Todd Zeile einen Run zur 3:2-Führung ermöglichte, die Wende ein. Wenig später gelang es auch Joe McEwing, das Homebase zu überlaufen. Der ohrenbetäubende Jubel der 55.299 Zuschauer im Shea Stadium kannte keine Grenzen mehr.
"Auf einen Heimsieg in einer World Series haben unsere Fans 14 Jahre warten müssen", erklärte John Franco, mit 40 Jahren der Senior im Team der Mets, die Euphorie der Anhänger. "Sie sind einfach unglaublich laut, und wir lieben es, in diesem Ballpark zu spielen." Dass die Mets-Arena so phonstark ist, hat indes noch andere Gründe als nur die Fans. Zum einen liegt das Stadion in unmittelbarer Nähe des La-Guardia-Airport, so dass fortwährend große Flieger tief über das Rund einfliegen, ein Phänomen, das von den ebenfalls in Flushing in Queens stattfindenden US-Open im Tennis hinlänglich bekannt ist. Zum anderen hat der Verein im Oktober kurzfristig seine Stadionanlage für stattliche 30.000 Dollar aufgerüstet, was eine konzertartige Stimmung zur Folge hat.
Trotz des großen Heimvorteils des Stadtbruders fand Yankees-Coach Joe Torre, dass sein Team durchaus hätte gewinnen können. "Wir hatten unsere Chancen", stellte der Trainer fest. Zu Recht. Nachdem die Mets durch einen Homerun von Robin Ventura im zweiten Inning 1:0 in Führung gegangen waren, drehten die Yankees den Spieß in den zwei nächsten Durchgängen um und führten ihrerseits mit 2:1. Zudem nährte Orlando Hernandez mit einer zunächst guten Pitcher-Leistungen die Hoffnungen der Gäste. Doch geschwächt durch eine vorausgegangene Grippeerkrankung ließ die Wirkung des hoch angesehenen Kubaners nach, und "El Duque", der vor drei Jahren in die USA floh, gab noch drei Runs ab.
Das Leid der geschlagenen Yankees war die Freude von Bobby Valentine, Trainer der siegreichen Mets. "Es sind Welten zwischen einem 0:3- und einem 1:2-Serienrückstand", analysierte der Coach die nunmehr wesentlich bessere Ausgangsposition seiner Mannschaft in der Best-of-Seven-Serie. Bestätigen die "Amazin' Mets" am Mittwoch erneut ihr Prädikat als bestes Heimteam der Liga, dürfte die "Subway Series" wieder zu einer äußerst spannenden Angelegenheit werden.