Sponsoring Gerolsteiner steigt aus dem Radsport aus
Hamburg - Der Mineralwasserhersteller beendet sein Engagement im Profiradsport nach der Saison 2008. Das erklärte Konzernsprecher Jörg Croseck heute am Firmensitz in Gerolstein. Das Unternehmen investiert pro Saison geschätzte neun Millionen Euro in den Radsport und tritt seit 1998 als Geldgeber auf. Seitdem schaffte das Team den Sprung aus der Zweitklassigkeit bis in die Weltspitze und etablierte sich neben T-Mobile als zweites deutsches ProTour-Team.
"Wie vereinbart, werden wir den Vertrag mit dem Team Gerolsteiner bis Ende 2008 erfüllen. Die Option zur Verlängerung nehmen wir nicht in Anspruch", sagte Croseck. "Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht und sehr sorgfältig geprüft, ob es uns mit dem Radsport auch in Zukunft gelingen kann, unsere Konsumenten zu erreichen und zu begeistern."
An der Spitze des von Manager Hans-Michael Holczer geleiteten Teams stehen die Profis Stefan Schumacher, Fabian Wegmann, Markus Fothen und Robert Förster.
Holczer zählt international zu den Vorreitern im Anti-Doping-Kampf. Er ist Mitinitiator der Bewegung einiger ProTour-Teams für einen "neuen Radsport". Die Vereinigung hatte sich während der Tour de France 2007 gebildet.
Allerdings stand auch das Team Gerolsteiner mehrmals wegen Dopings in den Schlagzeilen: Sprinter Danilo Hondo wurde 2005 positiv auf das Mittel Carphedon getestet und danach sofort entlassen, Davide Rebellin wurde in Italien in einem Doping-Prozess freigesprochen. Die sportlichen Leiter Christian Henn und Udo Bölts hatten wie mehrere ehemalige Telekom-Fahrer Epo-Missbrauch zu Zeiten ihrer aktiven Karriere gestanden. Während sich Bölts von seinem Amt danach zurückzog, behielt Henn das Vertrauen der Teamleitung.
Sponsor T-Mobile hält dagegen an seinem Engagement im von Dopingskandalen erschütterten Profiradsport bis 2010 fest. "Der Vorstand hat entschieden, die Zusammenarbeit fortzusetzen", hatte Sprecher Christian Frommert im August erklärt, "wir haben sehr intensiv, offen und kontrovers über das Engagement diskutiert, sowohl intern als auch extern". Der Konzern gehe von einer "verantwortlichen Entscheidung" aus. Frommert: "Ein Ausstieg wäre das falsche Signal."
fsc/dpa/sid