Sportpolitik: Gründung des DOSB ist vollzogen - DER SPIEGEL
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Sportpolitik Gründung des DOSB ist vollzogen

Selbst die Finanzprobleme des Deutschen Sportbundes konnten die Fusion mit dem Nationalen Olympischen Komitee am Ende nicht verhindern. Heute haben sich beide zum Deutschen Olympischen Sportbund vereinigt. Erster Präsident ist ein ehemaliger Florettfechter.
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Frankfurt am Main - Thomas Bach, zugleich Vizepräsident des Internationalen Olympischen Komitees, erhielt auf der Gründungsversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) 372 Ja- und 52 Nein-Stimmen. Ex-Turner Eberhard Gienger wurde als Vizepräsident Leistungssport gewählt, musste aber 125 Nein-Stimmen und 18 Enthaltungen hinnehmen. Er hatte im Vorfeld Kritik durch unklare Aussagen in Sachen Doping auf sich gezogen.

In ihren Abschiedsreden hoben der Präsident des Deutschen Sportbundes (DSB), Manfred von Richthofen und der Präsident des Nationalen Olympischen Komitees (NOK), Klaus Steinbach, die Bedeutung dieser Fusion für den deutschen Sport hervor. "Mit dem neuen Dach schaffen wir zeitgemäße Voraussetzungen zur Bewältigung größerer Aufgaben", sagte von Richthofen. Steinbach sprach von einer "Stunde des Aufbruchs".

Die neue Dachorganisation mit über 27 Millionen Mitgliedern tritt an die Stelle von DSB und NOK, die sich mit der Gründung des DOSB auflösten. Die Fusion war am 10. Dezember 2005 in Köln beschlossen worden. Beide Organisationen bringen rund fünf Millionen Euro in den DOSB ein.

Kurz vor der Gründungsversammlung hatte der DSB seine Jahresbilanz 2005 mit einem Minus von zwei Millionen Euro vorgelegt. Die wirtschaftliche Situation wurde von Rechnungsprüfern als "sehr kritisch" bezeichnet. Das NOK hatte bereits vor Wochen ein Plus von 800.000 Euro vermeldet.

Beim anschließenden Festakt in der Frankfurter Paulskriche sind Gastreden von Bundeskanzlerin Angela Merkel und IOC-Präsident Jacques Rogge angesetzt. Weil der DOSB Nachfolger des NOK ist, muss der IOC der Fusion noch zustimmen.

bri/sid/dpa