Sportpolitik Mit Schulden in die Ehe
Frankfurt am Main Der DSB hat sein letztes Geschäftsjahr mit einer negativen Bilanz abgeschlossen. Das Defizit betrug 2005 zwei Millionen Euro. Das gab DSB-Generalsekretär Andreas Eichler heute auf der letzten Sitzung des Präsidiums bekannt. Am Samstag wird sich der DSB mit dem NOK zum Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) vereinigen. Ein Defizit in ähnlicher Höhe hatte der DSB auch die Jahre zuvor erwirtschaftet und damit seine Rückstellungen nahezu aufgebraucht.
Das NOK steht finanziell klar besser da. Der für Sport zuständige Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble hatte bereits signalisiert, dem DOSB mit einer Finanzspritze helfen zu wollen. Neben Schäuble werden unter anderem auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und IOC-Präsident Jacques Rogge zum Festakt in der Frankfurter Paulskirche (15 Uhr) erwartet.
Designierter DOSB-Präsident ist Thomas Bach. Der 52 Jahre alte Wirtschaftsanwalt aus Tauberbischofsheim ist bereits IOC-Vizepräsident. Dessen Motto: "Kräfte konzentrieren, Straffung der Organisation, weg mit dem Konkurrenzdenken von DSB und NOK." Insgesamt müssen zehn Mitglieder des Präsidiums gewählt werden. Nicht bei allen ist sicher, dass diese bei der Gründungsversammlung die notwendigen Mehrheiten bekommen werden. Auf Bachs Wunsch hin erfolgt die Wahl in geheimer Abstimmung.
Bachs Wunschkandidat für den Posten des Vizepräsidenten ist der ehemalige Weltklasseturner Eberhard Gienger. Merkel und Schäuble haben bereits im Vorfeld die Konzentration auf einen Dachverband begrüßt und von einer "Vereinfachung" in der Beziehung zwischen Regierung und Sport gesprochen. Auch Rogge ist für den Zusammenschluss. Der DOSB muss nach seiner Gründung vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) als NOK anerkannt werden.
ach/sid/dpa